Die stille Rückkehr des Luchses nach Österreich

Tag des Luchses am 11. Juni

Zwar streifen in wenigen Teilen Österreichs wieder Luchse durch die Wälder, von einer langfristig erfolgreichen Rückkehr ist man hierzulande allerdings noch weit entfernt: Luchse sind nach wie vor selten und die wenigen Vorkommen als gefährdet eingestuft. Anlässlich des Tag des Luchses am 11. Juni machen der Naturschutzbund Österreich und die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) daher erneut auf die angespannte Situation der Luchse in Österreich aufmerksam.

© Josef Limberger

Stets auf leisen Pfoten unterwegs, lässt sich der Luchs in freier Wildbahn nur selten beobachten. Die charakteristischen Pinselohren orten selbst minimale Schallwellen. Mit Augen, die sechsmal lichtempfindlicher sind als unsere, nimmt er jede noch so kleine Bewegung wahr und ist somit ein äußerst heimlicher Jäger.

Das charismatische Wildtier galt für lange Zeit in Mitteleuropa als ausgestorben. Dank kontinuierlicher Bemühungen ist der Luchs seit einiger Zeit in manchen Regionen Österreichs wieder heimisch. „Entscheidend waren dafür die Wiederansiedlungsprojekte in unseren Nachbarländern und das Bestandsstützungsprojekt in den Kalkalpen. Allerdings ist für das langfristige Überleben der kleinen Populationen der genetische Austausch untereinander enorm wichtig. Hier spielt Österreich aufgrund seiner Lage eine zentrale Rolle“, betont Artenschutzkoordinator Lucas Ende vom Naturschutzbund Österreich.

Nach wie vor gefährdet
Die Gründe für die geringen Bestandszahlen der Luchse sind vielfältig. Die größte Gefahr für die seltenen Katzen geht nach wie vor vom Menschen aus – etwa durch illegale Verfolgung und die zunehmende Zerschneidung des Lebensraums durch Straßen, Bahnlinien sowie unkontrollierten Siedlungs- und Gewerbebau, wodurch der Austausch zwischen den Luchspopulationen erschwert wird. Umso wichtiger ist es, ein Problembewusstsein für die Situation des Luchses auf politischer und gesellschaftlicher Ebene zu schaffen. Daher setzen sich der Naturschutzbund und die Bundesforste in gemeinsamen Projekten für den Erhalt des Luchses und seiner Lebensräume ein.

Kooperation für die Pinselohren
„Miteinander vernetzte und vitale Luchspopulationen bereichern das Ökosystem Wald und sind ein Gewinn für die heimische Artenvielfalt. Die langjährige Kooperation des Naturschutzbundes mit den Bundesforsten versteht sich als treibende Kraft für das langfristige Überleben dieser Wildkatzenart“, so Christina Laßnig-Wlad, Leiterin des Naturraumanagements der Bundesforste. Neben bewusstseinsbildenden Maßnahmen und Schulungen steht unter anderem die aktive Beteiligung am Luchsmonitoring auf Flächen der Bundesforste auf dem Programm. Denn verlässliche Informationen über die Luchsbestände aus dem Monitoring sind für die Überwachung der Populationsentwicklung unverzichtbar. Die Daten bilden die Basis, um die Aktivitäten zum Schutz des Luchses mit allen Akteur*innen abstimmen und umsetzen zu können. Mit diesen und weiteren Maßnahmen möchten die beiden Kooperationspartner ihren Beitrag dazu leisten, dass der Luchs wieder zu einem unbestrittenen und geschützten Bestandteil der heimischen Tierwelt wird.

09.06.2023

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