Die Rostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019

Ministerin Elisabeth Köstinger hat die Schirmherrschaft übernommen

Das „Kuratorium Insekt des Jahres“, dem in Österreich der Naturschutzbund und die Österreichische Entomologische Gesellschaft angehören, hat die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) zum Insekt des Jahres 2019 gewählt. Es will damit auf die Bedeutung von bestäubenden Insekten sowie den dringend notwendigen Schutz von Wildbienen aufmerksam machen. Die Schirmherrschaft für das Insekt des Jahres 2019 hat Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger übernommen.

Vizepräsident Johannes Gepp und BM Elisabeth Köstinger © BMNT Paul Gruber

Die vielseitigen Rostroten Mauerbienen spielen als Bestäuber von Blütenpflanzen eine herausragende Rolle. Denn für Osmia bicornis gibt es kaum eine Pflanze, deren Pollen sie nicht sammelt und damit auch zu deren Bestäubung beiträgt. Gemeinsam mit den anderen 689 Bienenarten in Österreich kommt diesem „Universalgenie“ der Bienenwelt damit neben der Bestäubung von Wildpflanzen auch eine große Bedeutung für Landwirtschaft und Gartenbau zu. „Rund 700 Wildbienenarten leben bei uns in Mitteleuropa. Sie alle spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Die Natur, die Kulturlandschaft, wir Menschen brauchen sie – als unersetzbare Bestäuber in einem gesunden und produktiven Ökosystem. Für ihren Schutz müssen wir ‚grenzenlos‘ denken. Deshalb habe ich sofort zugesagt,  Schirmherrin für die Rote Mauerbiene, das Insekt des Jahres 2019 für Österreich, Deutschland und die Schweiz zu werden, sagt Ministerin Elisabeth Köstinger.

Die Rostrote Mauerbiene
Rostrote Mauerbiene ist ab Ende März eine erste Frühlingsbotin, aufgrund ihres Nistverhaltens trifft man sie häufig in der Nähe menschlicher Behausungen. Die etwa 8 bis 14 Millimeter großen Insekten nutzen vorhandene Hohlräume in Trockenmauern, Löß- und Lehmwänden, aber auch in Totholz, lockerem Gestein und zahlreichen anderen Strukturen, um darin ihre einzelnen, gemörtelten Brutnester anzulegen. Nester dieser Biene wurden schon in Türschlössern, in der Plastikhülle eines Rolladenstoppers und sogar in einer Holzflöte gefunden.

© Peter Traub

Dabei geht von der an eine schlanke Hummel erinnernden Biene aber keine Gefahr aus. Die Rostroten Mauerbienen sind nicht zum Stechen aufgelegt – das Zusammenleben mit dem Menschen ist kein Problem. Im Gegenteil: Diese  Biene ganz aus der Nähe zu beobachten bietet eine gute Gelegenheit, den Lebenszyklus eines Insekts kennenzulernen. Pro Jahr entwickelt sich eine Generation dieser Mauerbienen: Die Weibchen legen im Frühjahr die mit Pollen gefüllten Nisthöhlen an, in denen sich die Larven bis August zu erwachsenen Bienen entwickeln. In diesem Zustand verharren sie bis zum nächsten Frühjahr, um sich dann mit ihren kräftigen Kiefern aus dem verschlossenen Nest zu nagen. Gleich danach kommt es zur Paarung und der Zyklus beginnt erneut. „Die Rostrote Mauerbiene gilt bisher als ungefährdet, dennoch sollte man sie – wie alle Wildbienen – mit  Nistplatzangeboten unterstützen“, fordert Johannes Gepp, Entomologe und Vizepräsident des Naturschutzbundes Österreich. „Dazu kann wirklich jeder etwas beitragen, denn Insektenhotels lassen sich einfach selbst herstellen und bieten eine gute Gelegenheit, um Kinder an das Thema Insektenschutz heranzuführen.“

Tipps und eine Bauanleitung für Insektenhotels bietet der Naturschutzbund hier

Das Insekt des Jahres wird seit 1999 proklamiert. Ein Kuratorium, dem namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen angehören, wählt jedes Jahr aus verschiedenen Vorschlägen ein Insekt aus. Der Naturschutzbund Österreich ist seit Beginn mit dabei.

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