Ob Hasenjunge, Rehkitze oder andere junge Säuger: Wer im Frühling und Sommer in der Natur auf ein scheinbar verlassenes Jungtier stößt, sollte unbedingt Distanz wahren. Denn dass die Kleinen allein auf Wiesen, Feldern oder im Wald herumsitzen, ist ein bewährter Schutzmechanismus der Natur: Um keine Fressfeinde anzulocken, lassen die Muttertiere ihren Nachwuchs tagsüber zurück und kommen nur regelmäßig zum Säugen vorbei.
Warum menschlicher Kontakt zu vermeiden ist:
Wichtige Ausnahme: Ein Eingreifen ist ausschließlich dann empfohlen, wenn das Tier direkt auf der Straße sitzt und dort überfahren werden könnte. Wie man Jungtiere richtig vor dem Straßenverkehr schützt:
Was tun, wenn man ein verletztes Jungtier findet?
Bei sichtbaren Verletzungen sollte man das Jungtier ebenfalls nicht anfassen, sondern umgehend eine Wildtierauffangstation, den Tierschutz oder den lokalen Jagdpächter verständigen.
Sonderfall: Eichhörnchen
Einem Eichhörnchen-Jungtier sollte nur geholfen werden, wenn es aktiv den menschlichen Kontakt sucht. Ein lautes Piepen, Hinterherlaufen oder Festklammern an den Hosenbeinen ist ein eindeutiges Signal dafür, dass die Mutter verunglückt oder das Nest (der Kobel) zerstört ist. Da verwaiste Eichhörnchen-Junge sehr rasch auskühlen, muss das Tier schnellstmöglich in ein Handtuch gewickelt und mit einer handwarmen Wärmflasche gewärmt werden.
Wichtig: Unterkühlte Tiere dürfen niemals Nahrung oder Flüssigkeit erhalten, da dies immer tödlich endet. Nach diesen ersten Sofortmaßnahmen ist empfohlen, umgehend eine Eichhörnchen-Nothilfe oder den Tierschutz zu kontaktieren.
02.06.2026