Auch Mäuse bauen Nester

| naturschutzbund | bittet um Meldung von Nestfunden

© Heidi Kurz

Nicht nur Vögel, auch viele Kleinsäugetiere zeigen sich ausgesprochen geschickt bei der Herstellung komfortabler Ruhe- und Aufzuchtplätze. Dabei setzen die verschiedenen Tierarten auf unterschiedlichste Methoden und Orte, um ihre Nester zu bauen: von unterirdischen Kammern über versteckte Ruheplätze am Boden bis hin zu scheinbar absturzgefährdeten Unterkünften aus Gras in luftigen Höhen reicht die Palette. Der Naturschutzbund stellt die Vielfalt der Nester von Kleinsäugern vor und bittet um Fundmeldungen auf naturbeobachtung.at.

Die Nester von Mäusen, Wühlmäusen und Spitzmäusen sind stets gut versteckt. Grabende Arten wie der Maulwurf, die Feldmaus oder die Schermaus legen ihre Nester in den Kammern ihrer unterirdischen Gangsysteme an. Die Ruheplätze von Rötelmäusen, Waldmäusen oder Spitzmäusen befinden sich oft an der Oberfläche zwischen Wurzeln, unter Baumstümpfen oder in Steinhaufen, wo sie vor dem Ausgraben durch Wildschweine oder Füchse geschützt sind. Kletternde Arten wie Baumschläfer oder Siebenschläfer nutzen Baumhöhlen oder Felsspalten. Als Nestmaterial verwenden die kleinen Säugetiere vor allem die Vegetation der direkten Umgebung: Eine gute Isolierung aus Moos, Laub und trockenem Gras schützt die Tiere und ihren Nachwuchs vor kalter Witterung.

© Heidi Kurz

Zwei Nesttypen fallen durch ihre geschickte Bauweise besonders auf, sind allerdings leicht miteinander zu verwechseln: die kunstvollen Kugelnester von Zwergmäusen und Haselmäusen. Beide Tierarten verwenden Gras für den Nestbau. Die Zwergmaus benutzt oft auch Schilf, während die Haselmaus das Gras gerne durch Laub ergänzt, auch reine Laubnester sind möglich. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der Gesamteindruck des Nestes. Haselmausnester erscheinen auf Ast- oder Blattverzweigungen aufliegend, die Nester der Zwergmaus hingegen erwecken den Eindruck zu hängen. Wer mehr zu diesen Nestern wissen will, findet auf www.naturbeobachtung.at dazu ein Infoblatt.

Nestfunde bitte auf naturbeobachtung.at melden
Wer seinen Fund auf naturbeobachtung.at meldet, trägt dazu bei, mehr über die Verbreitung von Haselmaus und Zwergmaus zu erfahren. Wichtig: Das Nest nicht entfernen, auch scheinbar verlassene Nester können noch genutzt werden. Stattdessen sollte das Nest aus verschiedenen Richtungen in seiner natürlichen Position zusammen mit der Umgebung fotografiert werden.

 

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

28.07.2020

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