Entwässerungsgräben sind seit Jahrzehnten gängige Praxis, um Flächen für schwere Maschinen befahrbar zu machen und um Wasser rasch abfließen zu lassen. Dadurch sind artenreiche Niedermoore und magere Feuchtwiesen vielfach aus unserer Landschaft verschwunden, und sie verschwinden weiterhin. In Zeiten der Klimakrise gewinnt es zunehmend an Bedeutung, Wasser zurückzuhalten – sowohl für den Grundwasserschutz als auch für den Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme.
In einem kürzlich erschienenen Beitrag von „Unser Land“ im BR (Bayerischer Rundfunk) werden nun Entwässerungsgräben gezeigt, die nicht entwässern, sondern das Wasser halten (sogenannte "Grüne Gräben"). Wehre stauen das Wasser und können bei Bedarf geöffnet werden. Bemerkenswert ist, dass Landwirte und der Bauernverband selbst endlich die Vorteile erkennen. Ihre Bedenken, die Flächen könnten vernässen, haben sich nicht bestätigt. Stattdessen versickert das zurückgehaltene Wasser und hebt den Grundwasserspiegel an.
Vor zwei Jahren haben wir ein ähnliches Projekt im Waldviertel umgesetzt. Dort wurden in Niedermooren und Feuchtwiesen temporär verschließbare Entwässerungsgräben installiert und erprobt. Durch Lehmschläge und eine innovative Durchflusseinrichtung aus Polokalrohren können die Gräben bei Bedarf geöffnet werden. So bleibt das Niedermoor intakt und kann seine wichtige Funktion als Wasserspeicher und Kohlenstoffsenke erfüllen. Gleichzeitig ist das Befahren der Wiesen während der Mahd möglich.
Hier geht es zum empfohlenen Video:
Erfolg im Kampf gegen die Trockenheit: Grüne Gräben als Wasserspeicher für Felder | Unser Land | BR
https://www.youtube.com/watch?v=eQ4orxZlHqk
Mehr zu unserem Projekt im Waldviertel:
Mapping and restoring fens and lean wet meadows
Die Maßnahmen im Niedermoor wurden im Rahmen des Projekts "Mapping and restoring fens and lean wet Meadows" umgesetzt und durch die EU-Initiative Best Belt gefördert.
