Unsere Mehrtagesexkursion hat uns heuer ins benachbarte Tschechien geführt. Am ersten Tag besuchten wir, geführt von der Botanikerin Ivana Jongepierová von der staatlichen Naturschutzbehörde AOPK, die artenreichen und landschaftlich wunderschönen Wiesengebiete in den Weißen Karpaten. Es wurden auch Wiesen besucht, die im Kommunismus umgebrochen und dann viele Jahre als Felder genutzt wurden. Nach 1991 konnten sie wieder in Wiesen umgewandelt werden. Das Weiße Fingerkraut ist eine wichtige Zeigerpflanze für das Entwicklungsstadium der wiederangelegten Wiesen.
Am zweiten Tag haben wir das Mährische Freilichtmuseum in Roznov pod Radhostem besucht und bei einer Führung viele spannende Informationen erhalten. Der Spaziergang durch das Mühlental, in welchem Schmiede, Getreide- und Ölmühle, Einblattsägewerk sowie ein Walkwerk noch heute zur Schau betrieben werden, hat uns sehr beeindruckt. Eine Wanderung in den Beskiden, geführt von unserem lokalen Experten Frantisek Jaskula, hat den Tag abgerundet und wunderschöne Ausblick auf die Gebirgszüge bis hin zur Slowakei geboten.
Im durch das Überschwemmungsgebiet der Oder geprägten Landschaftsschutzgebiet Poodri konnten wir neben vielen anderen Vogelarten wie Kiebitz, Blässhuhn, Reiherente, Kolbenente, Silber- und Graureiher, Graugans und Haubentaucher auch einen Schwarzstorch im Flug beobachten. Während der Zugzeiten ist Poodri ein wichtiger Rastplatz für sehr viele Zugvögel. Neben dem Nest einer Beutelmeise sahen wir unzählige Rotbauchunken und viele der in den dort angelegten Fischteichen vorkommenden Wasserpflanzen und aquatischen Organismen. Zum Abschluss führte uns unsere Wanderung durch das Reservat Kotovice über große, artenreiche Überschwemmungswiesen. Wir haben auch das pittoreske Städtchen Stramberk mit seinem Stadtturm (Truba) besucht. Es liegt wunderschön im hügeligen „Tor zu den Beskiden“. Dort haben wir malerische Gässchen mit alten Holzhäuschen und stattliche Bürgerhäuser am Hauptplatz vorgefunden.
Im Waldgebiet von Salajka, wo es noch Reste der ursprünglichen Tannen-Buchen-Karpatenwälder gibt, durften wir unter der Führung von zwei Experten des AOPK wandern. Dabei haben wir mehr über das Management der Wälder in den Beskiden, die besondere Schutzzone und einige vollkommen aus der Nutzung genommene Areale erfahren. Spannend war auch, viele Fakten über die Veränderungen des Mikroreliefs und des lokalen Bodenaufbaus durch umstürzende Baumriesen sowie die bevorzugten Keimplätze junger Weißtannen am oberen, nährstoffarmen Rand der Wurzelstöcke zu erfahren und zu sehen. Auch Gelbbauchunken und Bergmolche konnten wir dort beobachten. Besonders eindrucksvoll waren einige mehr als 400 Jahre alte Weißtannen und die vielen sich bereits in Zersetzung befindlichen Baumstämme sowie der Pilzreichtum.