Der Naturschutzbund NÖ hat das Projekt „Basisdatenerhebung der Zwergbinsen- und Strandlingsgesellschaften“, kurz auch „Schlammlingsfluren“ oder „Zwergbinsenfluren“, erfolgreich abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut VINCA wurden die bisher in Österreich nur wenig bekannten Zwergbinsenfluren in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark erforscht.
Der dynamische Charakter dieses Lebensraums macht es schwierig, ihn vollständig zu erfassen. Zwergbinsenfluren können aufgrund ihrer Kurzlebigkeit und ihrer Ansprüche an den Lebensraum im Hinblick auf die Hydrologie jedes Jahr unterschiedlich ausgeprägt sein, oder sogar einige Jahre lang nicht vorhanden sein. Dennoch liefern die Ergebnisse des Projekts erste Erkenntnisse über die Verbreitung und den Zustand dieser Gesellschaften.
Ursprünglich kommen Zwergbinsenfluren an Fließgewässern vor. Durch menschlichen Einfluss – Begradigung und Verbauung der Fließgewässer - veränderten sich diese Lebensräume drastisch. Heute findet man die Pflanzengesellschaften auch an Teichen und in Ackersutten, wo sie ähnliche Lebensbedingungen vorfinden, wie ursprünglich in den Uferbereichen von Fließgewässern. Wir haben uns alle drei dieser Lebensräume angesehen. Dabei wurden die Eigenschaften der Zwergbinsenfluren und auch die vorkommenden Pflanzen erhoben.
Neben dem Verlust des Lebensraums durch Verbauungen und Begradigungen von Fließgewässern stellt die fehlende Wasserdynamik die größte Beeinträchtigung für Zwergbinsenfluren dar. Eine zu lange Trockenheit der Uferbereiche ermöglicht das Aufkommen ausdauernder Pflanzen wie Schilf und führt somit zur Verdrängung der Zwergbinsenfluren. Zu wenig Wasser wiederum verhindert, dass die Samen keimen können. Die Wiederherstellung der Lebensräume und der Wasserdynamik ist somit die wichtigste Maßnahme für die Erhaltung und Wiederherstellung der durch die FFH-Richtlinie EU-weit geschützten Zwergbinsenfluren.
Selbstverständlich haben wir auch die Öffentlichkeit über diese Lebensräume informiert. Dazu gab es eine eigene Naturschutzbunt Ausgabe, eine Exkursion zum Liliensee bei Drösing (siehe Bilder), sowie einige Newsbeiträge auf unseren Social-Media-Kanälen.
Man kann sagen, dass es sich bei den Zwergbinsenfluren um einen wunderschönen, wichtigen, aber auch schwer einzufangenden Lebensraum handelt. Leider zählt er in Österreich zu den gefährdeten Lebensräumen. Da für den Schutz zunächst Kenntnisse erforderlich sind, haben wir mit diesem Projekt die ersten Schritte dafür unternommen.
Wir danken allen Beteiligten!
Den gesamten Endbericht finden Sie hier:
Download: Endbericht Zwergbinsenfluren
* Abbildung 1: Verbreitungskarte der besuchten Gewässer ohne zum Zeitpunkt der Kartierung ausgeprägten Zwergbinsenfluren (in Orange) und besuchten Gewässer mit zum Zeitpunkt der Kartierung ausgeprägten Zwergbinsenfluren (in Lila).
Das Projekt Basisdatenerhebung Zwergbinsen- und Strandlingsgesellschaften wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.
