Die Wiederherstellung von Feuchtflächen ist besonders wirkungsvoll, da sie gleichzeitig die Biodiversität fördern, die Anpassung an die Klimakrise unterstützen und gegen den Klimawandel wirken. Denn intakte Feuchtgebiete sind Lebensraum unzähliger Organismen, sie speichern CO2 und mildern durch ihren Wasserrückhalt Dürren und Überschwemmungen. Doch wie können Feuchtlebensräume langfristig und gemeinsam erhalten und wiederhergestellt werden?
Eingriffe in den Wasserhaushalt sind jedoch komplex. Wasserrechtliche Regelungen und Nutzungsrechte sowie natürlich die Vorstellungen der Grundstückseigentümer*innen (meist Landwirt*innen) müssen berücksichtigt werden. Hinzu kommen Sorgen vor wirtschaftlichen Nachteilen oder praktischen Veränderungen bei den Nutzer*innen. Um Grundeigentümer*innen zur Umsetzung von Maßnahmen zu motivieren, ist es wichtig, Positivbeispiele aufzuzeigen. Diese veranschaulichen ökologische, hydrologische und betriebswirtschaftliche Effekte und bieten Orientierung sowie Planungssicherheit. Ergänzend braucht es Handlungsoptionen und Empfehlungen für die Planung und Umsetzung. Genau hier setzt das neu gestartete Projekt "Kollaborative Wiederherstellung von landwirtschaftlich geprägten Feuchtflächen (KoWiF)" an: mit einem kollaborativen Ansatz, der auf Dialog und gemeinsame Lösungen setzt.
Projektziele
Am Beispiel von 12 Pilotprojekten in Niederösterreich, der Steiermark und Tirol soll erforscht und gezeigt werden, wie Wiederherstellung von Feuchtlebensräumen in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümer*innen und Nutzer*innen funktionieren kann. Parallel dazu fließen Erfahrungen aus bereits erfolgreich abgeschlossenen Projekten ein, um einen Praxisleitfaden zu entwickeln. Dieser soll die zentralen Schritte, typische Hürden und bewährte Lösungswege zusammenfassen, um einen den Aufwand für zukünftige Projekte zu minimieren und eine Anwendung auf andere Zielökosysteme zu ermöglichen.
Das Projekt wird transdisziplinär begleitet. Der Naturschutzbund NÖ bringt dabei den praktischen Bezug zu Projektflächen in der Region ein. Im Rahmen des Projektes sind Maßnahmen zur naturkonformen Bewirtschaftung in zwei Niedermooren geplant.
Mehr zum Thema:
Projekt KoWiF - Kollaborative Wiederherstellung von landwirtschaftlich geprägten Feuchtflächen
Vorgängerprojekt MOIST - Erfassung degradierter Moorflächen
Das Projekt KoWiF wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.
