Natur ist Bewegung. Bewegung ist Austausch. Austausch ist Leben. Bewegung und Austausch funktionieren nur über ein gut miteinander verbundenes natürliches Wegenetz. Die Suche nach Nahrung, Partnern oder neuen Lebensräumen sind die Hauptgründe für Wildtiere, „unterwegs“ zu sein. Auch Pflanzen und Pilze bringen die Eroberung neuer Lebensräume und ihr Streben nach Fortpflanzung in Bewegung. Diese für uns Menschen oft unsichtbaren Pfade bilden ein Netz, das Lebensräume von verschiedensten Arten verbindet. Gut miteinander verbundene Lebensräume sind für unsere heimische Flora und Fauna essenziell und bilden die „grüne Infrastruktur“. Grünbrücken, Wanderkorridore & Co. stärken die Biodiversität und helfen beispielsweise der seltenen und scheuen Wildkatze in unsere heimischen Wälder zurückzukehren. Doch das ökologische Netz in Österreich ist vielerorts löchrig, da es mehr und mehr durch Straßen, Siedlungen und aufgrund intensiver menschlicher Nutzung fragmentiert ist. Das wilde Wegenetz unserer tierischen und pflanzlichen Mitbewohner ist stark beeinträchtigt. Die Folge: Populationen werden isoliert, Wanderbewegungen brechen ab und Arten sterben aus.
Lebensraumvernetzung für eine lebendige Artenvielfalt
Eine vielfältige und lebendige Landschaft an heimischen Arten gelingt nur über die erfolgreiche Vernetzung von Lebensräumen. Wir fordern daher mehr Mut und entschiedene Konsequenz für ein stabiles ökologisches Netz, das das Sterben heimischer Arten stoppt. Dafür braucht es ein bundesweites Naturschutzgesetz, das Korridore zwischen Lebensräumen verbindlich schützt, verpflichtend eine grüne Infrastruktur in der Raumplanung verankert und klare Zuständigkeiten schafft.
Die aktuelle Ausgabe des Naturschutzbund-Magazins natur&land zum Thema „Wilde Wege“ bietet weitere detaillierte Einblicke in das hochaktuelle Thema der Lebensraumzerschneidung und zeigt Wege zum Erhalt unserer grünen Infrastruktur und unserer heimischen Arten auf. Das Magazin ist hier erhältlich.