Das Mauswiesel ist nicht nur Tier des Jahres 2026, sondern auch das kleinste Raubtier der Welt und ein hoch spezialisierter Mäusejäger. Als natürlicher Regulator von Wühlmäusen erfüllt es eine wichtige Funktion in unseren Ökosystemen – und leistet damit auch einen Beitrag für Landwirtschaft, Obstbau und Gärten. Trotzdem darf es in Teilen Österreichs ganzjährig bejagt werden, sogar während der Fortpflanzungs- und Jungenaufzuchtzeit. Der Naturschutzbund fordert daher zeitgemäße Jagdregeln und ausreichende Schonzeiten in allen Bundesländern.
Agiler Mäusejäger
Mauswiesel sind perfekt an die Jagd auf kleine Nagetiere angepasst. Für den Schutz von Niederwild wie Feldhase oder Rebhuhn sind hingegen vor allem naturnahe und strukturreiche Lebensräume entscheidend. Hecken, Brachen, Feldraine, extensiv bewirtschaftete Wiesen und andere Rückzugsräume bieten zahlreichen Arten Nahrung, Schutz und geeignete Plätze für die Fortpflanzung. Wer also Niederwild schützen will, sollte vor allem naturnahe Lebensräume erhalten und ihren Strukturreichtum fördern, statt natürliche Beutegreifer pauschal verantwortlich zu machen.
Teils keine Schonzeit
Wie unterschiedlich Österreich mit dem Mauswiesel umgeht, zeigt ein Blick auf die Jagdgesetze: In fünf Bundesländern ist die Art ganzjährig geschont beziehungsweise von der Jagd ausgenommen. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gibt es hingegen keine Schonzeit. In der Steiermark darf das Mauswiesel ab 1. Juni wieder bejagt werden. Dabei kann sich die Fortpflanzungs- und Jungenaufzuchtzeit abhängig vom Nahrungsangebot bis weit in den Sommer erstrecken. Diese regionalen Unterschiede werfen die Frage auf, ob die derzeitigen Regelungen wissenschaftlich fundiert und ökologisch gerechtfertigt sind.
Jagdregeln auf wissenschaftlicher Basis gefordert
Wer Artenvielfalt schützen will, muss Lebensräume erhalten und ökologische Zusammenhänge berücksichtigen. Bevor natürliche Prädatoren wie das Mauswiesel getötet werden, sollte daher geprüft werden, ob tatsächlich relevante Schäden entstehen und ob diese nicht durch naturverträgliche Alternativen verhindert werden können. Der Naturschutzbund setzt sich für eine wissenschaftlich fundierte Überprüfung der Jagdbestimmungen und einen zeitgemäßen Umgang mit diesem kleinen, aber wichtigen Beutegreifer ein.