Mit dem Beginn des Almauftriebs startet in Österreich wieder eine traditionsreiche Zeit: Schafe, Ziegen und Rinder werden vielerorts gesegnet, um sie vor Gefahren zu schützen. Gleichzeitig zeigt sich gerade auf den Almen, wie wichtig praktische Schutzmaßnahmen für Weidetiere sind. Traditionelle Behirtung kombiniert mit zeitgemäßem Herdenschutz leisten den wirksamsten Schutz für die Weidetiere – und sind darüber hinaus geeignet, weitere Herausforderungen auf den Almen zu meistern, die die Klimakrise mit sich bringt.
Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien bestätigt nun, dass Herdenschutz für Schafe und Ziegen auch im alpinen Raum grundsätzlich umsetzbar ist. Die Forschenden analysierten österreichweit Schutzmöglichkeiten auf Almen mit dem Ergebnis: Für sämtliche Schafe und Ziegen auf Österreichs Almen gäbe es ausreichend schützbare Flächen – etwa durch Behirtung mit Nachtpferch und Herdenschutzhunden oder durch Elektrozäune. Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Herdenschutz organisatorisch und finanziell anspruchsvoll bleibt und daher gezielte Unterstützung sowie Beratung für Almbäuerinnen und Almbauern notwendig sind.
Aus Sicht des Naturschutzes zeigt die Studie klar, dass der Schutz von Weidetieren und die Rückkehr großer Beutegreifer miteinander vereinbar sind. Voraussetzung dafür sind praktikable Lösungen, eine langfristige Förderung von Herdenschutzmaßnahmen und eine verantwortungsbewusste Agrarpolitik. Letztlich stärkt wirksamer Herdenschutz nicht nur die Sicherheit der Tiere, sondern auch eine nachhaltige und zukunftsfähige Almwirtschaft.