Presserat soll Vorgangsweise prüfen

Bürokratieholunder (Sambucus officialis) © T. Wizany, SN - 14.2.26

Zur Veröffentlichung unserer Stellungnahme in den Salzburger Nachrichten – Presserat soll Vorgangsweise prüfen

Im Zusammenhang mit dem Beitrag „Naturschutzbund verteidigt die Holunderbüsche“ (17.2.2026) sehen wir Anlass, die Art und Weise der Veröffentlichung unserer Stellungnahme öffentlich klarzustellen.

Unsere ursprüngliche Presseaussendung hatte nicht primär die konkrete Pflanzmaßnahme in Krimml zum Inhalt. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Kritik an einer aus unserer Sicht zunehmend polemischen und verzerrenden Darstellung des Naturschutzes. Als Naturschutzorganisation haben wir eine aus unserer Sicht systematische Diffamierung des Naturschutzes thematisiert und vor einer medialen Zuspitzung gewarnt, die engagierte Fachleute und Behörden pauschal ins Lächerliche zieht.

Gerade diese Kritik – also die Verteidigung des Naturschutzes und seines öffentlichen Ansehens – wurde in der veröffentlichten Berichterstattung jedoch nicht inhaltlich aufgegriffen. Stattdessen wurde unsere Stellungnahme stark verkürzt und auf einzelne Zitate reduziert, die den Eindruck erwecken, es handle sich lediglich um eine technische Rechtfertigung einer Detailmaßnahme.

Darüber hinaus ist festzuhalten, dass selbst unsere Verteidigung des Naturschutzes und unser Hinweis auf eine problematische mediale Entwicklung wiederum in einer Weise dargestellt wurden, die den Eindruck einer Relativierung oder Ironisierung erzeugt. Damit entsteht ein doppelter Effekt: Zunächst wird Naturschutz in der Sache polemisch zugespitzt, anschließend wird auch die Kritik an dieser Darstellung verkürzt und in ihrer Bedeutung abgeschwächt.

Für Leserinnen und Leser bleibt so der eigentliche Kern unserer Stellungnahme – die Warnung vor einer systematischen Abwertung des Naturschutzes und seiner gesetzlichen Grundlagen – nicht erkennbar.

Wir halten fest: Wenn eine Organisation ausdrücklich eine medienethische Problematik anspricht und auf journalistische Standards Bezug nimmt, ist es im Sinne einer fairen und vollständigen Information erforderlich, diese Kritik zumindest in ihren Grundzügen korrekt wiederzugeben.

Eine selektive Zitierung kann die Aussageintention einer Presseaussendung wesentlich verändern und deren Gewicht relativieren.

Wir haben daher den Österreichischen Presserat ersucht zu prüfen, ob die verkürzte und kontextreduzierte Veröffentlichung unserer Stellungnahme dem Gebot der sorgfältigen und wahrheitsgetreuen Wiedergabe gemäß Ehrenkodex für die österreichische Presse entspricht.

Naturschutz ist kein politisches Schlagwort, sondern ein gesetzlicher und gesellschaftlicher Auftrag. Wer seine Verteidigung öffentlich ins Lächerliche zieht, trägt zur weiteren Polarisierung bei – nicht zur sachlichen Klärung.

Lesen Sie unten die beiden Presseaussendungen des Salzburger Naturschutzbundes übermittelt worden sind:

 Presseaussendung Naturschutzbund Salzburg, Samstag, 15. Februar 2026 (0,2 MB)
 Presseaussendung Naturschutzbund Salzburg, Montag, 17. Februar 2026 (0,2 MB)


(online seit 17/02/2026)

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