Der Naturschutzbund Salzburg hat Beschwerde gegen das Hochwasserschutzprojekt im Felbertal eingebracht – und stellt klar: Der Schutz der Bevölkerung ist wichtig, rechtfertigt aber keine ungeprüften Eingriffe in die sensibelsten Naturbereiche.
Konkret betroffen ist die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern, das höchste Schutzgut Salzburgs. Dennoch wurde das Projekt aus Sicht des Naturschutzbundes mit gravierenden Mängeln genehmigt: fehlende Alternativenprüfung, unklare Projektgrundlagen und unzureichende Bewertung der Auswirkungen. Gleichzeitig zeigt ein Gutachten, dass der Beitrag zum Hochwasserschutz insgesamt gering ist.
Für den Naturschutzbund ist das ein grundsätzlicher Konflikt:
Was darf eine Kernzone aushalten – und wo sind klare Grenzen zu ziehen?
Zusätzlich sorgt politische Kritik an der Landesumweltanwaltschaft für Unverständnis. Diese erfülle lediglich ihre Aufgabe, auf Mängel hinzuweisen – gerade bei Projekten im sensibelsten Schutzgebiet. Wer solche Kontrolle schwächen will, sendet ein falsches Signal für Natur- und Rechtsstaatsschutz.
Die Eingriffe bedrohen geschützte Lebensräume und Arten, beeinträchtigen das Landschaftsbild und stellen sogar die Zukunft der Kernzone selbst infrage. Die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen reichen nicht aus.
Fazit:
Ein mangelhaft geprüftes Projekt in der strengsten Schutzzone, mit fraglichem Nutzen und erheblichen Eingriffen – für den Naturschutzbund Salzburg nicht akzeptabel.
Forderung: Der Bescheid muss abgeändert und das Projekt in dieser Form nicht genehmigt werden beziehungsweise sollte die Diskussion eröffnet werden, den Bereich des Hintersees aus der Kernzone herauszunehmen.
Ingrid Eichberger, MSc.
Geschäftsführerin Naturschutzbund Salzburg
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Presseaussendung Naturschutzbund Salzburg, "Hochwasserschutz ist wichtig - aber nicht um jeden Preis", Dienstag, 31. März 2026 (032 MB) |
(online seit 31/03/2026)