(19/3/21) Adnetfelder – Wo bleibt die Landesregierung?

© Stefan Schwab

(Salzburg, 19/3/2021)
Zum Artikel „Bekannter Unternehmer macht gegen Firmenausbau mobil“ in den SN vom 18. März 2021 drängt es mich, im Namen des Naturschutzbundes Salzburg einiges anzumerken. Herrn Dygruber, dem „Claro“Chef ist zu seiner Aktion zu gratulieren, wenn er auf den hohen Wert der Adnetfelder hinweist und sich  öffentlich gegen den Plan stellt, diese prächtige Landschaft mit ihren hochwertigen und gut zu bewirtschaftenden landwirtschaftlichen Böden zu verbauen. Anders als der Ebenauer Bürgermeister, Herr Magister Fürstaller, halte ich es für eine Bürgerpflicht, Stellung zu beziehen. Geradezu peinlich ist die Aussage, Herr Dygruber wäre frech und triebe "ein parteipolitisches Spiel“. Nur keine sachliche Auseinandersetzung!

Aber man muss eigentlich die Aufmerksamkeit auf andere lenken. Nämlich auf diejenigen, die tun, als ginge sie das alles gar nichts an: Wieso verschweigt sich die Salzburger Landespolitik? Glaubt sie, sie trüge keine Schuld an der Misere, wenn unsere Unternehmen keinen Platz finden, wenn sie ihn brauchen. Sondern ihn dort nehmen wollen/müssen, wo er zufällig verfügbar wird. Damit verkommt die Pracht unseres Landes. Wo bleibt denn die immer pointierte Meinung unseres Herr Landesrates Dr. Schwaiger,  der neben der Raumordnung auch für die Landwirtschaftsagenden im Land zuständig ist, der sich als Kämpfer gegen Bodenverluste abmüht? Wie ist sein Stillhalten zu deuten? Ist Bodenschutz immer dort "wurscht", wo anderes wichtiger ist als die Sicherung der bäuerlichen Landwirtschaft und ihrer Grundlagen? Wieso verschweigt man sich im Chiemseehof?

Der Wiener Raumplaner Dr. Schindegger beschreibt derartiges Verhalten bitterböse: „Planung wird nicht als politisches Element begriffen, sondern als Beschränkung des politischen (Spontan-)Handlungsspielraumes, als Hindernis für den traditionell praktizierten ad-hoc- Reaktionismus“. Die Politik in unserem Land muss sich neu erfinden - so ergibt man sich nur dem Schicksal. Wir wollen die Zukunft nicht verlieren, wir wollen sie gemeinsam gewinnen.

Dr. Winfrid Herbst
Vorsitzender Naturschutzbund Salzburg
Museumsplatz 2
5020 Salzburg

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