E-Autos: Ein gefährlich fahrlässiger Versuch

„Man räumt den E-Autos zum Teil absurde Privilegien im öffentlichen Raum, etwa bei der Energieversorgung, ein und stellt zum Teil erhebliche Fördermittel zur Verfügung, vermutlich mit der Illusion verbunden,  damit wirksam eine Maßnahme gegen den Klimawandel leisten zu können“.  Mit diesen und noch viel kritischeren Worten durchleuchtete Em. Univ. Prof. DI Hermann Knoflacher (Institut für Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Wien), die Entwicklungen auf unseren Straßen in seinem Vortrag  beim Wiener Naturschutzbund. „Denn“, so der Wissenschaftler, „angesichts der sich beschleunigenden Klimakatastrophe ist die Sackgasse, in die die Bevölkerung mit den E-Autos gelenkt wird, nicht mehr als ein gefährlich fahrlässiger Versuch Zeit zu gewinnen, um sich weiterhin von einem grundlegenden Paradigmenwechsel im Verkehrswesen zu drücken“.

© pixabay

Als Produkt einer bedenkenlosen Technikentwicklung gab es Ende des 19. Jahrhunderts mehr Elektroautos als Modelle  mit Verbrennungsmotoren. Mit Henry Ford, der Fließbandproduktion und dem Erdölüberschuss der USA verblieben nur mehr Nischen für Elektrofahrzeuge auf Gummirädern. Erst  in den 199o-er-Jahren gab es wieder Versuche, E-Autos für den Markt herzustellen, die aber über Prototypen nicht hinauskamen. Mit Tesla Motors und Elon Tusk kam die „Neue Generation der E-Autos“ auf den Markt und hat sich in der Zwischenzeit besonders durch die Initiative Chinas zu einem lukrativen Geschäftsmodell für die in Schwierigkeiten geratenen Autokonzerne entwickelt. Allerdings mit tatkräftiger Unterstützung sachunkundiger oder von Lobbys beeinflusster Politiker(innen). Anstatt dem von der Industrie beschworenen „Markt“ die Entscheidung zu überlassen.

„Alle Hoffnungen zur Lösung der Verkehrsprobleme, u.a. durch den Austausch der unmittelbaren Energiequelle“, so Knoflacher, „konnten nicht erfüllt werden.  Denn die physikalischen Randbedingungen der Fehlentwicklung im Verkehrswesen ändern sich dadurch nicht, ebenso wenig wie der Platzbedarf der Fahrzeuge“. Durch Tempolimits, die heute durch elektronische Hilfen kontrollierbar geworden sind, könne mehr erreicht werden als durch das gewinnbringende Geschäftsmodell „E-Auto“. Auch sei die Frage der Batterien nach wie vor nicht gelöst und die Umweltfolgen für die Gewinnung von Lithium  zerstören schon heute ganze Regionen. Man vertreibt die indigene Bevölkerung  aus ihren Jahrhunderte lang genutzten Siedlungsgebieten.

Übrigens: Nur zwei Prozent der heimischen Autofahrer planen in den nächsten ein oder zwei Jahren den Kauf eines E-Autos. Das zeigt  eine aktuelle Umfrage von OGM. Das wären rund 10.000 private Neuzulassungen. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr wurden österreichweit 341.068 Pkw neu zugelassen….

Informationen: 
Em. Univ. Prof. DI. Hermann Knoflacher,
Institut für Verkehrswissenschaften, Technische Universität Wien,                                                                                                           
e-mail:
hermann.knoflacher@ivv.tuwien.ac.at


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