2020: Zauneidechse

(Lacerta agilis)

Zauneidechsen sind anpassungsfähige Reptilien, die mit vielen Widrigkeiten (z. B. Wetter) klarkommen und keine sonderlich hohen Ansprüche an ihre Lebensräume stellen. Dennoch verschwindet die einstige Kulturfolgerin zunehmend aus der ausgeräumten Landschaft. Noch ist sie weit verbreitet, angesichts starker Rückgänge wird sie aber in Österreich in der Roten Liste mit „Gefährdung droht“ geführt, in Deutschland und Luxemburg ist sie auf der sogenannten Vorwarnliste der Roten Liste geführt. In der Schweiz und in Liechtenstein gilt die Art bereits als „gefährdet“.

© DGHT Trapp

Beschreibung
Die Zauneidechse ist eine eher stämmige Eidechse mit relativ kurzen Beinen. Sie besitzt einen kräftigen Kopf, der deutlich vom Rumpf abgesetzt ist. An der Oberseite ist sie braun gefärbt mit drei mehr oder minder aufgelösten weißen Linien auf dem Rücken. Die weißen Elemente werden oft von dunklen Flecken eingefasst oder begleitet. Ausnahmen sind rotrückige und zeichnungslose Farbvarianten.

Die Männchen sind zur Paarungszeit an den Körperseiten leuchtend grün gefärbt. Sonst werden sie häufig mit den bräunlichen Weibchen verwechselt. An der Unterseite unterscheiden sie sich jedoch von den Weibchen durch ihre grünliche Färbung, während Weibchen weißlich gelb gefärbt sind. Die Körpergröße der Zauneidechse ist vom Alter und Lebensraum der Tiere abhängig. Die Gesamtlänge adulter Zauneidechsen beträgt etwa 18–19 cm (maximal 24 cm), die Kopf-Rumpf-Länge um 8 cm.

© DGHT Kwet

Lebensweise und Gefährdung
Lacerta agilis ist tagaktiv und liebt die Sonne. Sie ernährt sich vorwiegend von Insekten und Spinnen. Zwischen September und Mitte/Ende März hält sie Winterruhe. Zwischen Ende April und Ende Mai ist es dann endlich warm genug für die Paarung der Zauneidechsen. Zwischen Juni und Juli legt das Weibchen 4-15 Eier, aus denen nach 6-10 Wochen die Jungen schlüpfen, die meisten von ihnen schlüpfen im August.

Zauneidechsen bewohnen strukturreiche, offene bis halboffene Lebensräume sowie Saum- und Übergangsbiotope: Heiden, Magerrasen, Sandgruben, Steinbrüche, Wald- und Straßenränder, Bahntrassen, extensiv genutzte Weinberge und naturnahe Gärten – die Vielfalt der von ihnen bewohnten Lebensräume zeigt ihre Anpassungsfähigkeit. Dennoch gehen die Bestände der Zauneidechse zurück, Ursachen sind die Zerstörung, Zerschneidung und Entwertung ihrer Lebensräume durch Bebauung, Verkehrstrassen, Aufforstung, Verfüllung von Bodenabbauten, Beseitigung von Saumstrukturen und Beschattung.

© DGHT Meyer

Schutzmaßnahmen für die Zauneidechse sind entsprechend ihrer sonnenliebenden Lebensweise besonders auf die Erhaltung und Entwicklung sonniger Waldränder und Wegraine sowie die Offenhaltung und Vernetzung von geeigneten trockenwarmen Lebensräumen wie Steinbrüchen, Sandgruben, Magerrasen, Bahnanlagen, Straßenböschungen, aufgelassenen Weinbergen und Trockenmauern auszurichten.

Weitere Infos zur Zauneidechse gibt´s auf www.dght.de
 

Federführend bei der Ernennung zum Reptil bzw. Lurch des Jahres sind die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) sowie die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH). Fachlich unterstützt wird die regelmäßige Aktion zum Reptil/Lurch des Jahres von den langjährigen Kooperationspartnern, der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH), dem Nationalen Naturhistorischen Museum Luxemburg (MNH) sowie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU).

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