2019: Rostrote Mauerbiene

(Osmia bicornis)

Das „Kuratorium Insekt des Jahres“, dem in Österreich der Naturschutzbund und die Österreichische Entomologische Gesellschaft angehören, hat die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) zum Insekt des Jahres 2019 gewählt. Es will damit auf die Bedeutung von bestäubenden Insekten sowie den dringend notwendigen Schutz von Wildbienen aufmerksam machen. Die Schirmherrschaft für das Insekt des Jahres 2019 hat Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger übernommen.

Die vielseitigen Rostroten Mauerbienen spielen als Bestäuber von Blütenpflanzen eine herausragende Rolle. Denn für Osmia bicornis gibt es kaum eine Pflanze, deren Pollen sie nicht sammelt und damit auch zu deren Bestäubung beiträgt. Gemeinsam mit den anderen 695 Bienenarten in Österreich kommt diesem „Universalgenie“ der Bienenwelt damit neben der Bestäubung von Wildpflanzen auch eine große Bedeutung für Landwirtschaft und Gartenbau zu.

© Gernot Kunz
Die Rostrote Mauerbiene
Rostrote Mauerbiene ist ab Ende März eine erste Frühlingsbotin, aufgrund ihres Nistverhaltens trifft man sie häufig in der Nähe menschlicher Behausungen. Die etwa 8 bis 14 Millimeter großen Insekten nutzen bevorzugt Käßerfraßgänge in Totholz, aber auch vorhandene Hohlräume in Trockenmauern, Löß- und Lehmwänden, in lockerem Gestein und zahlreichen anderen Strukturen, um darin ihre einzelnen, gemörtelten Brutnester anzulegen. Nester dieser Biene wurden schon in Türschlössern, in der Plastikhülle eines Rolladenstoppers und sogar in einer Holzflöte gefunden.

Dabei geht von der an eine schlanke Hummel erinnernden Biene aber keine Gefahr aus. Die Rostroten Mauerbienen sind nicht zum Stechen aufgelegt – das Zusammenleben mit dem Menschen ist kein Problem. Im Gegenteil: Diese  Biene ganz aus der Nähe zu beobachten bietet eine gute Gelegenheit, den Lebenszyklus eines Insekts kennenzulernen.

Pro Jahr entwickelt sich eine Generation dieser Mauerbienen: Die Weibchen legen im Frühjahr Proviant aus Pollen und etwas Nektar in die Nisthöhlen. Davon ernähren sich die Larven, die sich dann verpuppen und ab August schon fertig entwickelte Bienen sind. In diesem Zustand verharren sie bis zum nächsten Frühjahr, um sich dann mit ihren kräftigen Kiefern aus dem verschlossenen Nest zu nagen. Gleich danach kommt es zur Paarung und der Zyklus beginnt erneut.

„Die Rostrote Mauerbiene gilt bisher als ungefährdet, dennoch sollte man sie – wie alle Wildbienen – mit  Nistplatzangeboten unterstützen“, fordert Johannes Gepp, Entomologe und Vizepräsident des Naturschutzbundes Österreich. „Dazu kann wirklich jeder etwas beitragen, denn Insektenhotels lassen sich einfach selbst herstellen und bieten eine gute Gelegenheit, um Kinder an das Thema Insektenschutz heranzuführen.“

Tipps und eine Bauanleitung für Insektenhotels bietet der Naturschutzbund auf seiner Website www.naturschutzbund.at

Das Insekt des Jahres wird seit 1999 proklamiert. Ein Kuratorium, dem namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen angehören, wählt jedes Jahr aus verschiedenen Vorschlägen ein Insekt aus. Der Naturschutzbund Österreich ist seit Beginn mit dabei.

Helfen auch Sie mit

Unsere Naturschutzarbeit ist vielfältig: Wir kaufen wertvolle Lebensräume frei, säubern Bäche von Müll, bewahren bunte Blumenwiesen vor dem Verschwinden, bringen Nisthilfen an, führen Nachzuchtprogramme für Edelkrebse oder "Urforelle" durch, untersuchen das Vorkommen von Wildkatze, Luchs & Co, u.v.a.m. Als gemeinnütziger Verein ist der Naturschutzbund Österreich auf die Hilfe von umweltbewussten Menschen angewiesen, um weiterhin für die Erhaltung seltener Arten und deren Lebensräume zu kämpfen.

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