Vorarlberg: Götzner Moos

Das Götzner Moos, auch Orsanka Moos genannt, liegt auf einer Geländeterrasse in 1.100 Meter Höhe und umfasst rund 26 Hektar. Es gehört zu den drei Kostbarkeiten im Biotopinventar der Marktgemeinde Götzis. Nach dem Österreichischen Moorschutzkatalog kommt diesem Gebiet internationale Bedeutung zu. Herzstück dieses faszinierenden Moorkomplexes ist ein Spirkenhochmoor. Zum Götzner Moos gehören auch ein offenes Hochmoor, Flachmoore, Feuchtwiesen unterschiedlicher Ausprägung, Grauerlen-Hangwälder und Waldbereiche.

Untersuchungen des Naturschutzbundes Vorarlberg zeigten großen Handlungsbedarf im Götzner Moos. Alte Entwässerungsgräben hatten das Hochmoor so stark ausgetrocknet, dass Fichten aufkommen konnten. Teilweise bildeten sie bereits dichte Bestände und beschatteten die lichtliebenden Moorarten wie Rundblättrigen Sonnentau, Rosmarinheide und Moosbeere. 

© Bianca Burtscher

© Bianca Burtscher

© Anne Puchta

© Anne Puchta

© Anne Puchta

Die Flachmoore und Feuchtwiesen werden seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet und haben einen Großteil ihrer ursprünglichen Fläche eingebüßt. Auch viele der verbliebenen Flächen sind stark verbuscht und mit Hochstauden durchsetzt.

Durch die erste Hochmoorrenaturierung in Vorarlberg konnte der Naturschutzbund Vorarlberg im Rahmen des Interreg-Projektes „Nachhaltiges Moormanagement“ (2010-2014) den Kernbereich des Götzner Mooses gemeinsam mit der Marktgemeinde Götzis und der Argrargemeinschaft Götzis aufwerten. An das renaturierte Hochmoor grenzen Flachmoore an, die durch Verbuschungen jedoch stark beeinträchtigt sind. Dank Mitteln aus der dm flugland Aktion 2015 konnte der Naturschutzbund eine Pflegeaktion durchführen, bei der  standortfremde Gehölze entfernt und Moorflächen wieder miteinander vernetzt wurden.

Am 5.11.2015 entfernte der Pflegetrupp des Naturschutzbundes unter Leitung von Alwin Schönenberger mit insgesamt 8 Personen aus dem rund 1.500 m² großen Flachmoor Sträucher und kleinere Bäume. Die entfernten Gehölze ergaben einen ansehnlichen Ast-Haufen am Forstwegrand, den die Holzer der Agrargemeinschaft Götzis später abtransportieren werden. Im Laufe des Winters werden die Holzer der Agrargemeinschaft noch die größeren Bäume aus dem Flachmoor entfernen und durch weitere Gehölzentnahmen eine Verbindung zwischen Flachmoor und Hochmoor schaffen. Diese Arbeiten können am moorschonendsten bei gefrorenem und/oder höherer Schneeauflage gemacht werden.

Die mitunter recht anstrengenden Arbeiten sollen die Grandlage dafür schaffen, dass nächstes Jahr auf den Feuchtwiesen und Flachmooren wieder hier typische Tagfalter wie z.B. Natterwurz-Perlmutterfalter (Boloria titania) und der in Vorarlberg gefährdete Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino) flattern. Aber auch Tagfalter der Magerrasen und lichten Wälder wie z.B. der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus), der in Vorarlberg gefährdete Baum-Weißling (Aporia crataegi) sowie der Große Perlmutterfalter (Argynnis aglaja) und der Feurige Perlmutterfalter (Argynnis adippe) – beide in Vorarlberg mit drohender Gefährdung - nutzen im Götzner Moos die  blütenreichen Flachmoore und Feuchtwiesen als Nahrungsquelle. Auch diesen wird die Pflegeaktion zugute kommen!

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