Tirol: Schmetterlingsparadies Mühlauer Fuchsloch

Im Schmetterlingsparadies Mühlauer Fuchsloch bei Innsbruck kommen neben häufigen Schmetterlingsarten auch Kaisermantel, Kleiner Eisvogel und Schillerfalter vor. Ein Großteil dieser Arten reproduziert an Gehölzen, worauf bei der Pflege besonders geachtet werden muss. Eine Besonderheit ist der Gelbringfalter (Lopinga achine), der europaweit geschützt ist und dessen Falter-Futterpflanze noch immer unbekannt ist. Es wird vermutet, dass er an den Randbereichen des Fuchsloches reproduziert, wo sich die Raupen von verschiedenen Gräsern ernähren. Er lebt an kleinen Waldlichtungen mit Gebüschen und in Hecken an Waldrändern. Die Populationen sind stark rückläufig, denn forstliche Intensivierungsmaßnahmen, Umwandlung von Laub- in schnellwüchsige Fichtenforste und Aufforstung von Waldlichtungen gefährden den Bestand.
 
© dm Fotodienst Amplatz
Bei den Pflegeaktionen Ende Juni 2015 halfen auch zwei Volksschulklassen aus Mühlau mit. Dabei wurden hauptsächlich die großen Glatthaferwiesen-Bereiche gemäht. Dies erfolgte in einem Teil mittels handgeführtem Motor-Balkenmäher. Alle Randbereiche, Steilhänge und feuchteren Stellen wurden händisch mit der Sense gemäht. Aus Sicherheitsgründen machten dies Jugendliche der Jungschar, bevor die Volksschulkinder kamen. Die Volksschulkinder räumten dann mit Rechen, Heugabel und Schubkarren das Mähgut ab. Dieses wurden von einem privaten Biogärtner abgeholt.
 
Die Pflegemaßnahmen sind notwendig, um unerwünschte Entwicklungen auf den Flächen zu verhindern, wie z. B. eine Nährstoffanreicherung durch unterlassenes Abführen der Biomasse, was zu einer Artverschiebung hin zu nährstoffliebenden- und meist häufigen Pflanzen führt und somit einen Verlust an Biodiversität bedeutet. Auch eine Ruderalisierung will man verhindern - beim Unterlassen der Mahd würden die Flächen "verbrachen", was eine Zunahme bzw. Dominanz von Neophyten (v. a. der Kanadischen Goldrute) bedeuten würde. Als Folge der Ruderalisierung würden Gehölze aufwachsen und die Wiesen sich zu einer Strauch- bzw. Waldgesellschaft entwickeln. Nach den Pflegeaktionen bleiben die Wiesen aber vielfältiger Lebensraum. Sie bieten einer Vielzahl an Pflanzenarten und Insekten (Heuschrecken, Schmetterlingen, Wildbienen,...) Lebensraum und Nahrung.
 

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