Tipps für den Artenschutz auf Balkon und Terrasse

Hochgezüchtete, Dünger verschlingende „Einheitsblumen“ dominieren leider oft Gärten und Balkone. Für Insekten ist die Farbenpracht oft nutzlos und sie verhungern beim scheinbar reich gedeckten Tisch, weil sie von diesen Pflanzen kaum Nektar und Pollen bekommen. 

© Alexander Schneider

Naturbewusste Menschen sollten daher auf Balkon, Terrasse und im Garten heimische Wildpflanzen setzen. Anstelle von Pelargonien und Petunien sind Salbei, Lavendel, Ringelblume und Leinkraut gefragt. Diese dienen jeder Menge Insekten als Futterplatz, Nistgelegenheit und Winterquartier. So können auch auf Ihrem Balkon Wildbienenarten zuhause sein. Auch Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder Taubenschwänzchen sind keine Ausnahme. Der Wildpflanzen-Balkon kann Startbasis für Artenvielfalt rund ums ganze Haus sein. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bepflanzung handelt es sich beim Wildpflanzenbalkon meist um eine Dauerbepflanzung mit mehrjährigen Arten, die auch winterfest sind. Sie bleiben die kalte Jahreszeit über draußen stehen und trotzen Frost und Schnee. Wildpflanzen eignen sich also besonders für bequeme Zeitgenossen, die es zwar schön haben wollen, aber auch noch anderes zu tun haben. Der Wildpflanzenkübel oder –kasten zeigt nämlich übers ganze Jahr seine Reize, während die exotischen Vettern bestenfalls im Keller überwintern oder im Herbst im Kompost landen.

Je größer, desto besser!

Das gilt für die Kübel und Kästen. Größeres Volumen hält nämlich bei längerer Trockenheit noch Feuchtigkeit und stellt automatisch mehr Nährstoffe und Wurzelplatz zur Verfügung. Bei der Blumenerde unbedingt auf die Zusammensetzung achten. Käufliche Blumenerde enthält oft hohe Torfanteile. Bitte nur torffreie Erde verwenden oder die Blumenerde aus einer Hälfte Sand und einer Hälfte Rindenhumus oder Grünkompost selber mischen. Dauerhafte Pflanzungen brauchen frostharte Töpfe aus Ton, Plastik oder Metall.

Heimisches Planzmaterial

Am besten und schnellsten gelingt die Bepflanzung mit vorgezogenen Wildstauden aus garantiert heimischer Bezugsquelle. Bei einjährigen Arten ist auch die Ansaat zu empfehlen. Die Pflege beschränkt sich auf gelegentliches Jäten. Bleiben die Gefäße im Winter draußen – das gilt für alle mehrjährigen Bepflanzungen, muss auf gute Drainage geachtet werden. Gefrierendes, aufgestautes Wasser könnte sonst den Topf sprengen. Am besten ist es, Gefäße über den Winter auf Holzlatten erhöht aufzusetzen.

Womit man Töpfe und Schalen, Kästen und Kübel, Tröge und Bottiche bepflanzt, hängt von der persönlichen Vorliebe ab. Man darf jahreszeitliche Blüh-Schwerpunkte setzen oder eine Bepflanzung mit längerem Blütenintervall wählen. In jedem Fall wird einem so einiges blühen: Artenreich und vielfältig, lebendig und immer interessant.

Quelle: Reinhart Witt
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