5-6/2008: Lebensraum Stadt

Eine Stadt hat viele verschiedene Gesichter: stark verkehrsbelastete Zentren, grüne Parks, Alleen, Industriebrachen und grüne Vorstädte. Genug Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die keine besonderen Ansprüche an ihn haben. Wir müssen es fast als ein Geschenk der Evolution begrüßen, dass Wildtiere bereit sind, sich an unsere Menschen gemachte Land-schaft anzupassen, und sich in die Strukturen unserer Städte eingliedern können! Diesem Anpassungsprozess kommt entgegen, dass sich Städte über wenigstens 1.000 Jahre aus Dörfern entwickelt haben. Wildvögel z.B. hatten damit aus-reichend Zeit, diese Sekundärbiotope zu erobern. In einigen Großstädten mit reicher Grünausstattung, wie Hamburg, leben heute mehr Vogelarten als in der umgebenden Land-schaft. Die Stadt hat nämlich durchaus Vorteile zu bieten, für Schwalben ebenso wie für Eichhörnchen, Zauneidechsen, Wechselkröten und Eulen. Besonders diese lautlosen Jäger der Nacht haben hier gut leben: Es gibt keine Verfolgung durch Jäger, die Wintertemperaturen sind etwas abgemildert, es gibt genug Mäuse und Ratten sowie hohe Bestände an Tauben und Enten. Gebäude und alte Baumbestände bieten ein brauchbares Angebot an Höhlen und Verstecken, und die nächtliche Beleuchtung kann sogar den Beutefang erleichtern.

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4-3/2008: Wildtierkonflikte Von Sündenböcken und aussterbender Toleranz

Von Sündenböcken und aussterbender Toleranz Menschen benehmen sich häufig so, als wären sie allein auf dieser Welt und ihre Ansprüche die einzig gültigen. Mit der Folge, dass sie Konkurrenten, ob echte oder vermeintliche, gnadenlos verfolgen. Dabei hat Österreich einen hohen An-teil gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Tierarten. Doch statt ihnen mit Wohlwollen zu begegnen, nimmt die Toleranz gegenüber vermeintlichen oder tatsächlichen Schäden weiter ab. Kaum haben sich die Bestände von Fischotter und Biber in manchen Landesteilen erholt, werden auch schon Rufe nach Abschüssen laut. Weil (fast) jedes Stück Land eine/n Besitzer/in hat, bestimmt deren Toleranz über Gedeih und Verderb der Natur. Der steigende Wettbewerbs-druck in der Gesellschaft wird einfach an die Wildtiere weitergegeben. Sogar, wenn ein Wildtier ein anderes frisst, wird ein Schaden geortet: Fängt ein Fischotter, Kormoran oder Graureiher eine Äsche, sieht sich der Fischer schon um seine Beute bedroht. Greife und Krähenvögel werden für das Ver-schwinden von Singvögeln verantwortlich gemacht und zu Sündenböcken gestempelt. Daneben dürfen wir nicht vergessen, dass Teichwirte in Ober- und Niederösterreich in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet sind, wenn Fischotter deren Fischteiche als gedeckten Tisch betrachten und ausräumen. Oder Biber landwirtschaftliche Flächen unter Wasser setzen und Bären mitunter Schafe reißen und Bienenstöcke plündern – hier muss sich zeigen, dass uns Menschen die Artenvielfalt etwas wert ist, in dem mit Schadenszahlungen ein Ausgleich geschaffen wird. Denn ohne Toleranz gibt es keine Artenvielfalt. Folgende Tierarten sollen behandelt werden: Krähenvögel & Greife, Graureiher & Kormoran, Biber, Fischotter, Bär, Luchs, Wildkatze, Wolf, Steinmarder und Hornisse.

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1-2/2008: Wasserkraft um jeden Preis?

Die Wasserkraft wird gerne als erneuerbare, umweltfreundliche Energie dargestellt. Vergessen wird dabei aber, dass der Bau von Wasserkraftwerken zu einer großen Beeinträchtigung bzw. Zerstörung des Naturraums führt und die natürliche Dynamik eines Fließgewässers stark beeinträchtigt. Im Staubereich kommt es zu Geschiebe- und Se-dimentansammlungen, flussabwärts zu Geschiebemangel mit Eintiefung der Sohle, oft zu geringer Wasserführung, Austrocknung der Au und mitunter auch des Gewässers. Damit verschwinden Kiesbänke und Kieslaichplätze. Viele Kraftwerke verhindern, dass Fische wandern können, da es keine Fischaufstiegshilfen gibt, die Kraftwerksturbinen sind mitunter ein tödliches Hindernis für Fische. Etwa 70 % unseres Strombedarfs decken wir aus der Was-serkraft und der Druck auf Bäche und Flüsse steigt weiter massiv an. Das Ökostromgesetz, an sich eine gute Sache, trägt wesentlich dazu bei, weil es den Ausbau der Kleinwasserkraft angeheizt und einen Kraftwerks-Boom ausgelöst hat. Nun gilt es, die letzten unberührten, freien Fließ-gewässer(abschnitte) von jeglicher Nutzung freizuhalten. Um die Wasserkraftpotentiale und Grenzen zu ermitteln, arbeitet das Lebensministerium derzeit an einem sog. Masterplan Wasserkraft. Der NATURSCHUTZBUND verlangt gemeinsam mit anderen NGOs Tabuzonen für die E-Wirtschaft, Effizienzsteigerung bei den vorhandenen Kraftwerken, Energiesparmaßnahmen und eine seriöse Abschätzung des tatsächlich vorhandenen Wasserkraftpotenzials.

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