Das war der Wolfsabend im Haus der Natur Salzburg

Am 27. April fand der Wolfs-Informationsabend des Naturschutzbunds mit den Vortragenden Gudrun Pflüger, Georg Rauer und Leopold Slotta-Bachmayr im Haus der Natur in Salzburg statt. Vor einem großen Publikum aus den verschiedensten Interessensgruppen legten die drei Vortragenden anschaulich verschiedene Aspekte des Wolfes dar.

Gudrun Pflüger berichtete mit vielen Bildern und Videos von ihrer Forschungsarbeit mit Wölfen in Kanada und nahm Bezug auf die aktuelle Situation des Wolfs in Österreich und Europa. Georg Rauer als Vertretung für die ursprünglich eingeplante Wolfsbeauftragte von Salzburg Gundi Habenicht stellte die rechtlichen Grundlagen im Bundesland Salzburg und in ganz Österreich dar und erläuterte den Umgang mit Konflikten und Entschädigungen. Leopold Slotta-Bachmayr präsentierte die verschiedenen Interessensgruppen, die sich mit dem Wolf auseinandersetzen müssen und Wege, wie man miteinander in den Dialog kommen kann.

Danach gab es noch eine sehr ausführliche Diskussion von Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes, der Jagd, des Grundbesitzes, des Wolfsprojekts in der Lausitz und Einzelpersonen ganz allgemein. Hier ein paar Auszüge aus der Diskussion:

© Wolfgang Schruf

„Der Wolf ist in Salzburg nicht möglich, wolfsfreie Alpenzonen sind unbedingt notwendig...“
 
“Ein „Geht nicht” geht nicht. Das ist kein Argument, da der Wolf sowieso kommen wird…  Eine gegenseitige Annäherung der verschiedenen Gruppen ist unbedingt notwendig… Der Mensch hat unsägliche Schäden an der Natur angerichtet - ohne den Wolf greift der Mensch in die Natur ein und das endet im Chaos.“
 
„Der Mensch zieht immer mehr in die Städte und erwartet von der Landbevölkerung, die Wölfe und was sie anrichten zu tragen. Gegenseitiges Zuhören ist unbedingt notwendig… Der Wolf ist eine unglaubliche Herausforderung für Landwirte.“
 
„Schäfer könnten sich zusammentun und mehrere kleine Herden zu größeren zusammenlegen… Die Landwirtschaftskammern sollen besser zusammenarbeiten und Möglichkeiten für die Landwirte bieten.“
 
„Man muss sich ansehen, wie die Betriebs- und Produktionsbedingungen in anderen Ländern sind, bevor man Länder vergleicht.“
 
„Bei der Hybridisierung von Wölfen und Hunden sind freilaufende Hunde (Streuner) die größte Gefahr. In Österreich ist das also eher nicht der Fall.“
 
„Es besteht sehr hoher Informationsbedarf bei der Bevölkerung… Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und müssen die einzelnen Gruppen sehr ernst nehmen.“


Vortrag Gudrun Pflüger: Beispiele wölfischer Verhaltensweisen in freier Wildbahn

Gudrun Pflüger ist Biologin und hat in Kanada fast 10 Jahre lang mit wilden Wölfen gearbeitet. 2010 wanderte sie zusammen mit dem deutschen Wildtiermanager Peter Sürth am ‚Weg der Wölfe’ quer durch Österreich, um sich ein Bild der Situation der Großen Beutegreifer in ihrer Heimat zu machen. In ihrem Buch ‚Wolfspirit’ schrieb sie über ihre Erlebnisse mit Wölfen. 

Vortrag Georg Rauer: Der Wolf in Österreich

Georg Rauer, Zoologe und angestellt am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, arbeitet seit vielen Jahren als österreichischer Bären- und Wolfsbeauftragter im Auftrag der Bundesländer und des Umweltministeriums. Er ist Mitglied der ‚Länderübergreifenden Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf’ (KOST) sowie der ‚Large Carnivore Initiative for Europe’ und der ‚Wolf Alpine Group’. Hier finden Sie den Vortrag als Download

Vortrag Leopold Slotta-Bachmayr: Beziehung Wolf und Mensch

Leopold Slotta-Bachmayr ist Wildbiologe und hat sich mit den verschiedensten heimischen Wildtieren beschäftigt. Während seiner Arbeit als Zoopädagoge im Zoo Salzburg hat er sich besonders dem Wolf gewidmet und versucht die Vorurteile und Ängste der Menschen abzubauen. Er ist fachlicher Leiter des Projekts „Akzeptanzsteigerung für den Wolf“ des Naturschutzbunds. Hier finden Sie den Vortrag als Download


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Unsere Naturschutzarbeit ist vielfältig: Wir betreiben Lobbying für Wolf und Fischotter, kaufen wertvolle Lebensräume frei, säubern Bäche von Müll, bewahren bunte Blumenwiesen vor dem Verschwinden, bringen Nisthilfen an, führen Nachzuchtprogramme für Edelkrebse oder "Urforelle" durch, untersuchen das Vorkommen von Wildkatze, Luchs & Co, u.v.a.m. Als gemeinnütziger Verein ist der Naturschutzbund Österreich auf die Hilfe von umweltbewussten Menschen angewiesen, um weiterhin für die Erhaltung seltener Arten und deren Lebensräume zu kämpfen.

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