Das war die Woche der Artenvielfalt 2016

Der Mai 2016 konnte mit echtem Aprilwetter aufwarten. Von kalten regnerischen Tagen bis sommerlichen Temperaturen war alles dabei. Doch davon ließen sich die Besucher der mehr als 270 Veranstaltungen in ganz Österreich nicht abschrecken. Hier finden Sie einen kleinen Überblick ausgewählter Termine.  

Steirische Naturtage

© Konrad Guggi
Fest, 21.-22.5.2016
Veranstalter: Stmk. Berg- und Naturwacht, Ortseinsatzstelle  Lieboch
 
Als Abschluss der Woche der Artenvielfalt veranstaltete die Stmk. Berg- und Naturwacht, Ortseinsatzstelle Lieboch, am Hof von Guggi’s Naturwerkstatt die ersten „Steirischen Naturtage“ bei traumhaftem Wetter und toller Atmosphäre. Die zahlreichen BesucherInnen konnten an verschiedenen Stationen heimische Amphibien, Schlangen, Fische, Krebse, Wiesen- und Waldtiere und mikroskopisch kleine Wasserlebewesen kennenlernen und erforschen. Das Besondere war auch die Zusammenschau verschiedener Organisationen, die sich für die Natur engagieren, somit standen z.B. der Steirische Naturschutzbund Seite an Seite mit dem Storchenverein und der Steirischen Jägerschaft. Mit einem abwechslungsreichen Kinderprogramm, Vorträgen, Workshops, aber auch regionaler Kulinarik und Musik wurde die Bedeutung der Natur für uns alle in den Vordergrund gerückt, denn man schützt nur, was man kennt.
 
 

KAMM on, MOLCH!

© Moritz Nüsken
Exkursion, 17.05.2016
Veranstalter: Österreichische Naturschutzjugend
 
Die Stiftung Artenschutz und auch der Tiergarten Schönbrunn fördern aus dem Amphibienfonds internationale Schutzprojekte: In diesem Rahmen setzen sich der Verein AURING und die Österreichische Naturschutzjugend gemeinsam für die stark gefährdeten Kammmolche ein. In der Woche der Artenvielfalt waren Groß und Klein eingeladen, die Bedeutung der March-Thaya-Auen für unsere heimischen Amphibien kennenzulernen. Der Donau-Kammmolch findet hier noch überlebenswichtige Tümpel und auch gut vernetzte Landlebensräume. Meist trifft man in den wertvollen Kammmolch-Gewässern auch andere Amphibienarten an. Die kleinen „Wasserdrachen“ gelten damit als Anzeiger (Schirmarten) für intakte Feuchtgebiete. Und dementsprechend groß war die Freude über die beeindruckende Artenvielfalt! Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache, sie schlüpften sogar in die Haut eines Molches. Die Begegnung mit dem lebenden Tier stellt jedoch das absolute Highlight dar. Am Ende waren sich alle einig: „Cool, diese Molche!“
 
 

Bienenerlebnisweg Seeham

© Hannes Augustin
Exkursion, 14.05.2016
Veranstalter: | naturschutzbund | Salzburg
 
Trotz des regnerischen Wetters ließen sich die interessierten ExkusionsteilnehmerInnen nicht vom Spaziergang entlang des Obertrumersees bis zur Blumenwiese abhalten. Walter Wallner erläuterte Details zur Biodiversität und bienenfreundlicher Bepflanzung, zeigte Nisthilfen für Wildbienen und führte durch die Multimediaschau des Bienenerlebnisweg-Pavillons. Auch konnten einige fleißige Bienen bei ihrem Stock bei der Arbeit beobachtet werden und Walter Wallner erklärte den Naturwabenbau, wenn also der Imker keinen Beuterahmen einsetzt. 
 
 
 
 

Hummeln, Amphibien und Tagfalter im Nationalpark Donau-Auen

© Christine Pühringer
Exkursion, 21.05.2016
Veranstalter: | naturschutzbund | Wien
 

Bei der Jubiläumsexkursion "10 Jahre naturbeobachtung.at" trafen sich die TeilnehmerInnen beim Besucherzentrum wien lobAu. Dort gab es von einem Ranger Erstinfos über den Nationalpark Donau-Auen. Drei Experten von naturbeobachtung.at begleiteten die Exkursion und machten sie zu einem einzigartigen Erlebnis: Hummelexperte Dr. Johann Neumayer, Amphibienexpertin DI Ute Nüsken und Schmetterlingsexperte Thomas Rupp. Die Route ging Richtung Dechantlacke und Josefsteg (ausgedehnter Schilfbereich mit Beobachtungsmöglichkeiten sowohl im Wasser als auch in der Luft), anschließend weiter in Richtung Fuchshäufel mit wundervoll blühenden Orchideen und Beweidung mit Zackelschafen, um diese Lebensräume entsprechend offen zu halten. Es gibt in diesem Bereich sehr ausgedehnte Freiflächen, auf denen in Bezug auf Hummeln und Schmetterlinge aber auch Wildbienen einiges zu erleben ist. Viele eifrige Fotografen machten tolle Bilder der wunderschönen Naturlandschaft und ihrer Bewohner.

 

Kräuter am Wegesrand - Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen

© Andi Gisch
Exkursion, 21.05.2016
Veranstalter: Andi Gisch
 
Mit Fahrrad, Körbchen und Gartenschere ging es in Halbturn los zum Kräutersammeln. Bei der Fahrrad-Wanderung entlang üppig blühender Wegränder und Felder, lernten die Teilnehmerinnen Kräuter zu erkennen und zu bestimmen. 

Exkursionsleiter Andi Gisch gab wertvolle Tipps zur Verwendung der gefundenen Kräuter als bekömmlichen Tee. Neben dem gesundheitlichen Aspekt durfte auch die Ästethik nicht zu kurz kommen: So wurden die Kräuter auch zu einem dekorativen "Buschn" verarbeitet. 

 

Biodiversity Day 2016

© Josef Krpelan
Familienfest, 22.05.2016
Veranstalter:  Botanischer Garten der Universität Wien
 

Die Prämiere ist gelungen! Der Biodiversity Day 2016: Botanik erleben - Forschung verstehen im Botanischen Garten der Universität Wien war ein voller Erfolg. Rund 1.700 BesucherInnen  - von Kleinkindern bis zu den Großeltern - kamen zum Familienfest in den Botanischen Garten, um unter Anleitung von WissenschafterInnen der Universität Wien zu experimentieren, zu forschen und den Botanischen Garten zu erkunden. Kinder wie Erwachsene hatten sichtlich Spaß am vielfältigen Programm!

 
 
 

Auf Entdeckungsreise in der Siezenheimer Au

© Edith Amberger
Exkursion, 21.05.2016
Veranstalter: Österreichische Naturschutzjugend
 
Viel Spannendes gab es zu entdecken in der Siezenheimer Au:  Käferspuren im Holz, von Eichhörnchen angeknabberte Zapfen, Spuren von Raupen und Schnecken, weiches Moos, besondere Steine und wir erlebten wie viele verschiedene Tiere sich in einem alten Baumstamm einquartieren können. Aber am meisten staunten wir über die angenagten und gefällten Biberbäume, Biberdämme und den Bau der beachtlichen Nager. Zum Schluss ging es ans Keschern. Da wimmelte es nur so in unseren Schälchen. Wir lernten u.a. die Larven der wunderschönen Libellen kennen und wissen jetzt woher Eintagsfliegen ihren Namen haben. Zum Glück leben sie als Larve deutlich länger, nämlich ein bis zwei Jahre, außereuropäische Arten sogar bis 4 Jahre.

 

Amphibienwanderung im Bereich der Salzamündung Bad Mitterndorf

© Franziska Miller-Aichholz
Exkursion, 17.05.2016
Veranstalter: | naturschutzbund | Bezirksgruppe Ennstal-Ausseerland
 
Den Auftakt zur Woche der Artenvielfalt bildete eineWanderung unter der Leitung von Dr. Karin Hochegger und Robert Seebacher im Life+ Gebiet (LIFE+-Projekt Ausseerland der Österreichischen Bundesforste) an der Salzamündung. Hier wurden drei große Tümpel für den Alpenkammmolch neu angelegt und gestaltet. Aufgrund der doch eher kalten Witterung konnten leider nur sehr wenige Amphibien beobachtet werden. Im ersten besichtigten Tümpel unmittelbar im Nahbereich des Salza-Stausees konnten vor allem unzählige Kaulquappen des Grasfrosches beobachtet werden. Das nächste Ziel war die Wirtslacke, ein bedeutendes Habitat für den Teichmolch. Das früher durchaus größere Biotop verlandet zunehmend. Im Zuge des LIFE-Projekts wurde der Tümpel ausgebaggert. Hier fand man einen männlichen Teichmolch im „Hochzeitskleid“. Noch zwei weitere Tümpel wurden besichtigt, hier konnten jedoch leider keine Amphibien beobachtet werden. Abschließend wurde noch in einem kleinen Cafe in Bad Mitterndorf eingekehrt.
 
 

Das Mäander-Hochmoor im Heutal bei Unken

© Feri Robl & Wolf Kunnert
Exkursion, 22.05.2016
Veranstalter: Biotopschutzgruppe Pinzgau & Moorverein Wasenmoos
 

Es trafen sich 34 an der Artenvielfalt Interessierte am Eingang zur Hochfläche des Unkener Heutales, um die Besonderheiten des Mäander-Hochmoores kennen zu lernen sowie die Wasserfälle des Fischbaches und den Staubfall zu erwandern. Die „Talbrücke“ mit dem anstehenden Roten Lias-Kalk war eine geeignete Stelle für eine kurze geologische Einleitung. Die bunt gemischte Gruppe - Tiroler, Salzburger, Urlauber, jung wie alt - erreichte nach wenigen Gehminuten das Südende des Geschützten Landschaftsteiles. Hier gab es ein Naturphänomen zu bestaunen: Der zuvor stark mäandrierende Moosbach verschwindet in zwei dolinenartigen Trichtern. An unserem sonnigen Tag war der Abfluss gesichert, bei stärkeren Regenfällen bildet sich jedoch kurzfristig ein See, der auch die angrenzenden Moorflächen überflutet. Das Interesse wurde nun auf die Frühjahrsvegetation gerichtet: zunächst in den unbestockten Niedermoor-, Hochmoor- und Streuwiesen-Flächen, dann im Latschen-Hochmoor und im Moor-Randwald. In voller Blüte zeigten sich besonders: Rosmarin-Heide, Berg-Hahnenfuß, Eisenhutblättriger Hahnenfuß, Frühlings-Enzian und Stängelloser Kalk-Enzian oder auch die Mehlprimel. Die Föhnbrise ließ trotz der hohen Temperaturen keinen stärkeren Insektenflug zu. Aurorafalter, Zitronenfalter, Grünader-Weißling, Perlmuttfalter und ein paar Bläulinge ließen sich dennoch beobachten. Aus der Vogelwelt sei ein Beispiel herausgegriffen: Am Fischbachfall war ein Pärchen der Wasseramsel mit der Brut beschäftigt, das Nest befand sich im Schutz des Wasservorhanges. Die Wanderung führte nun zu weiteren Gefällstufen des Fischbaches und schließlich zum Naturdenkmal des Staubfalles an der Österreichisch-bayrischen Grenze. War das Auge zunächst von den Schauspielen des Wassers gefangen, so nahm es aber auch die den Weg begleitenden Pflanzen wie Felsen-Birne, Alpen-Heckenrose, Alpen-Fettkraut mit seinen weißen Blüten und viele andere wahr.  Als „Schmankerl“ für den Rückweg gab es noch die „Enzianwiese“ an der Heutaler Straße zu bewundern. Ihr Fortbestand wird durch den Düngeverzicht des Bauern ermöglicht. Auf kleinem Raum drängen sich hier Pflanzen wie Stängelloser Kalk-Enzian, Mehlprimel, Knabenkraut, Bach-Nelkenwurz oder Herbstzeitlose, Das Gewöhnliche Fettkraut, das im Moor erst seine Blattrosetten zeigte, mischte hier schon das Violett seiner Blüten zu dem dominanten Blau des Enzians.

 

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