Interreg-Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion - Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung“

Projektpartner bei der Auftaktveranstaltung © Bianca Burtscher

Tümpel, Teiche und Co sind voller Leben und spielen eine wichtige Rolle für die biologische Vielfalt in der Bodenseeregion. Denn zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten sind auf Kleingewässer angewiesen. Der | naturschutzbund | Vorarlberg und der Naturschutzverein Rheindelta haben deshalb gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und der Schweiz unter der Koordination der Bodensee-Stiftung das Interreg-Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion“ gestartet.

Einst entstanden Kleingewässer durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften am Bodensee fehlt diese Dynamik weitgehend, sodass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage immer wieder ersetzt werden müssen. Zudem wird ihr Vorkommen durch landwirtschaftliche Intensivierung und Siedlungsentwicklung stark dezimiert. Viele gefährdete Amphibien-, Wasserkäfer- und Libellenarten, wie Gelbbauchunke, Laubfrosch, Moosjungfer, Binsenjungfer oder Winterlibellen sind auf Kleingewässer angewiesen. Auch die seltenen Wiesenbrüter wie Kiebitz, Brachvogel und Bekassine profitieren von ihnen als Bereicherung in ihren Brut- und Rastgebieten.

Im Rahmen des Interreg-Projektes „Kleingewässer“ wird der Naturschutzbund Vorarlberg gemeinsam mit Grundbesitzern und Bewirtschaftern bis Mai 2019 folgende Maßnahmen planen und umsetzen:

Pflege, Neugestaltung, Anlage von Kleingewässern

  • Auer und Lustenauer Ried

Im Auer Ried werden vier verlandete Flachteiche durch vorsichtiges Abgraben eines Teils des Verlandungsbereichs reaktiviert. Zudem sollen im Kiebitz-Brutgebiet an drei Abschnitten die steilen Böschungen der Entwässerungsgräben abgeflacht und dadurch naturnahe Gewässerbereiche geschaffen werden. Im Lustenauer Ried werden Kleingewässer auf einem brach gefallenen, verbuschten Grundstück angelegt und durch Gehölzentnahmen eine teilweise Besonnung gesichert.

  • Dornbirner Ried

Auf einer extensiv genutzten Wiese werden im Dornbirner Ried zwei Kleingewässer angelegt.

  • Hohenemser Ried

Auch das Hohenemser Ried soll durch die Anlage von Kleingewässern aufgewertet werden.

  • Bregenz – Mehrerauer Seeufer

Auf dem ehemaligen Militärübungsgelände in Bregenz werden drei verlandete Folienteiche im Rahmen einer Pflegeaktion reaktiviert werden. Zudem ist geplant, am Rande des Mehrerauerwaldes drei Laichgewässer für Amphibien in einem ehemaligen Gießbach zu schaffen.

  • Bregenzerachschlucht

Die Bregenzerachschlucht ist ein bedeutender Lebensraum der Gelbbauchunke. Ihr Bestand und ihre Laichgewässer sollen erfasst, Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet und ausgewählte Maßnahmen umgesetzt werden.

  • Riede zwischen Schlins-Bludesch

Ein kleiner Teich nahe des Oberrieds in Bludesch wird durch die Schaffung von Flachufern und besonnten Bereichen aufgewertet. Der aufgestaute Torfstich im Turbastall in Schlins hat durch Verlandung zunehmend seine Bedeutung als Amphibienlaichgewässer verloren. Ein Teil des Torfstichs soll flach abgegraben und dadurch als Laichgewässer reaktiviert werden. Erfreulicherweise wird die Gemeinde Schlins – angeregt durch das Interreg-Projekt – darüber hinaus durch weitere Maßnahmen das Gebiet Turbastall landschaftlich und ökologisch aufwerten.

Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung

Durch Öffentlichkeitsarbeit, Exkursionen und Familiennachmittage will der Naturschutzbund gemeinsam mit den Projektpartnern Menschen für die Kleingewässer und ihre Lebewelt begeistern.

Das Interreg V -Projekt „Kleingewässer“ wird mit Fördergeldern der Europäischen Union und der beteiligten Schweizer Kantone, durch das Land Vorarlberg, Stiftungen und Gemeinden finanziell unterstützt.

Weitere Infos: www.kleingewaesser-netzwerk.org

 Veranstaltungsprogramm

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