NATURSCHUTZBUND Österreich > Presse > Presseaussendungen > Details-Artikel

Woche des Waldes: Mit vielfaltleben-Paten Thomas Brezina den bedrohten Alpenbockkäfer retten!

14.06.2012 Pressemeldung von Christine Pühringer

Totes Holz ist Lebensraum für bedrohte Arten

Alpenbock - bedrohter Totholzbewohner
Der Alpenbock steht stellvertretend für viele bedrohte Totholzbewohner © D.Streitmaier

Der blau-schwarze Käfer mit den langen Fühlern ist zweifelsohne ein Juwel der Wälder. Nicht nur wegen seiner besonderen Farbe, sondern auch, weil er so selten zu finden ist. Grund dafür sind fehlende Lebensräume: Immer weniger Totholz wird in den Wäldern belassen. Anlässlich der Woche des Waldes erinnert der Naturschutzbund einmal mehr daran , dass der Wald auch als Lebensraum eine große Bedeutung hat. Wie wichtig vor allem auch Alterung und Zersetzung von Bäumen ist, droht in der laufenden Energiedebatte unterzugehen. Deshalb rufen nun NATURSCHUTZBUND und Umweltminister Niki Berlakovich gemeinsam mit Thomas Brezina, vielfaltleben-Paten des Alpenbocks, dazu auf, die Lebensraumfunktion des Waldes nicht zu vergessen - zugunsten von Alpenbock & Co.

 

„Saubere“ Wälder machen ihm das Leben schwer, denn der Alpenbockkäfer braucht totes Holz zum Überleben. Besonders abgestorbenes Buchenholz hat es ihm angetan. In das legt er seine Eier, aus denen sich in drei bis vier Jahren eine neue Käfergeneration entwickelt. In dieser langen Zeit liegt aber auch das Hauptproblem des Alpenbocks, denn bevor der Käfer seine Entwicklung beenden kann, landet das Holz allzu oft im Ofen.

 

Die Artenschutzkampagne vielfaltleben will die Situation xylobionter (holzbewohnender) Arten in Österreich nun verbessern und die mit Bäumen und Totholz befassten Personen für die Ansprüche der gefährdeten Arten sensibilisieren. Der prächtige Alpenbock steht dabei stellvertretend für viele Totholz bewohnende Arten. „Mit unserem Aktionsplan für den Alpenbock wollen wir den Schutz der gefährdeten Käferart forcieren. Vor allem möchten wir aber zu einer nachhaltigeren Nutzung und Bewahrung unserer Bäume aufrufen. Denn Totholz und Altbäume sind auch in Parks und Alleen, oder als Solitärbäume auf Wiesen und Weiden wichtige Lebensräume“, so Projektleiterin Margit Groß vom Naturschutzbund Niederösterreich.

 

„Unsere Wälder sind Zentren der Artenvielfalt und bieten vor allem auch bedrohten Tier- und Pflanzenarten wichtige Überlebensräume. Ihr Fortbestand hängt entscheidend vom Umgang des Menschen mit seinen Wäldern ab. Es ist eine große Herausforderung die richtige Balance zu finden. Zum einen die vielfältigen Funktionen der Wälder für uns zu sichern und gleichzeitig deren Ursprünglichkeit und Vielfältigkeit zu bewahren oder wieder herzustellen. Gemeinsam können wir ein Zeichen setzen, zum Schutz des Alpenbocks und unserer Wälder“, ruft Umweltminister und vielfaltleben-Initiator Berlakovich auf.

 

Unterstützt wird die Aktion von Autor und Fernsehliebling Thomas Brezina. Er ruft zur „Faulheit“ auf: „Manchmal ist gar nichts tun das Beste! Mein Patenkind der wunderschöne Alpenbockkäfer braucht altes, totes Holz! Lasst es also im Garten oder im Wald und bleibt ruhig in der Hängematte liegen!“

 

Aktionsplan Alpenbock (PDF 2258,79 kB )

 

Rückfragehinweis: Mag. Margit Groß, Naturschutzbund Niederösterreich, Tel. 0676/7606799, noe@naturschutzbund.at

Zurück

Bookmark and Share