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Auen - Lebensadern der Landschaft

Raab - Natur Park Oerseg Goricko © Thomas Boehm
Raab - Natur Park Oerseg Goricko © Thomas Boehm

Auen sind Landschaften, die Flüsse begleiten und durch sie geschaffen werden. Wie ein Adernetz durchziehen Flüsse und Bäche die Landschaft und bilden mit ihren Auen ein untrennbares System wertvoller Lebensräume. Diese sind jedoch durch zahlreiche Nutzungen und Eingriffe gefährdet. Um die vielfältigen Funktionen der Auen zu erhalten, müssen die noch bestehenden freien Fließstrecken unbedingt erhalten bleiben. Außerdem müssen wir den Zustand der verbauten Auen verbessern und wieder mehr Dynamik zulassen - wo es sinnvoll ist.

 

 

Gemeinsam für Artenschutz und Lebensraumverbund

Unter diesem Motto arbeiten der | naturschutzbund | und die Bundesforste gemeinsam an der Förderung der Artenvielfalt und der Habitatvernetzung. Dabei stehen ab 2012 Wasserlebensräume im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Auen, die besonders in letzter Zeit immer mehr unter Druck geraten. Die Kooperation versteht sich somit auch als Beitrag zur Umsetzung der Ramsarkonvention und auch als Vorbereitung zu einer möglichen Nationalen Auenstrategie.

 
     

Statement | naturschutzbund |

Univ.Prof. Dr. Roman Türk, Präsident | naturschutzbund |

  

Auenlandschaften sind von Natur aus regelmäßig „gestörte“ Ökosysteme und treibender Motor für die Evolution der an sie gebundenen Organismen. Bedingt durch den Energiehunger des „modernen“ Menschen werden die Flüsse gestaut und damit die natürliche Dynamik der Wasserführung negativ für die innig verzahnten Wasser und Landökosysteme verändert. Die Kanalisierung der Bäche und Flüsse führt zu einer drastischen Verarmung an Lebensräumen und damit zu einer erschreckenden Reduzierung der Biodiversität. Im Sinne des Schutzes der Natur ist daher ein grundlegendes Umdenken im Umgang von Bach- und Flussökosystemen vonnöten.

 

Statement Bundesforste

Die Österreichische Bundesforste AG betreut 10 % des österreichischen Naturraums. Entlang zahlreicher Fließgewässer sind die ÖBf auch mit dem Management von Auökosystemen betraut: vom Nationalpark Donau-Auen, einer der letzten intakten Aulandschaften Mitteleuropas, bis hin zu kleinen bachbegleitenden Wäldern haben wir es mit einem breiten Spektrum an wertvollen und schützenwerten Lebensräumen zu tun. Nicht zu vernachlässigen ist die Funktion dieser Landschaften als Erholungsraum, sowie ihr Nutzen im Hochwasserschutz und als Trinkwasserspeicher. Die Bedeutung der Aulandschaften als Wanderkorridore und Lebensadern in einem ökologischen Verbundsystem ist ebenfalls ein wesentliches Argument für deren Schutz. In den letzten Jahrzehnten haben aber Flussbegradigungen, Kraftwerksbauten sowie eine Intensivierung der Landnutzung die Auökosysteme stark unter Druck gesetzt. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Österreich wollen die Österreichischen Bundesforste unter dem Motto „Gemeinsam für Artenschutz und Lebensraumverbund“ einen Beitrag zum Schutz dieser wertvollen Lebensräume leisten. Durch ein Netzwerk aus Personen aus Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie weiteren Landnutzern kann es gelingen, die Auen auch für zukünftige Generationen zu erhalten.