Beispiele freigekaufter Natur durch den | naturschutzbund |
Burgenland: Taglilienwiese im Stremtal
Im unteren Stremtal hat der Naturschutzbund bereits 15 ha Feuchtwiesen gesichert. Diese zählen aufgrund ihres Reichtums an seltenen und gefährdeten Pflanzenarten zu den ökologisch wertvollsten Wiesen des Südburgenlandes. Mit dem Ankauf einer Taglilienwiese konnte der Naturschutzbund das engmaschige Netzwerk an wertvollen Wiesen jetzt nochmals vergrößern. Auch diese Fläche wird nun nach ökologischen Kriterien gepflegt und erhalten – für wunderschöne Pflanzen, wie Prachtnelke, Trollblume oder Gelbe Taglilie.
NÖ: Auwiesen an der March
Die "Lange Luss" in Niederösterreich ist der einzige nicht durch Hochwasserschutzbauten eingeengte Abschnitt der March in Österreich – der Fluss kann sich hier bei Hochwasser auf einer Fläche von über 400 ha ausbreiten. In Verbindung mit der nahe gelegenen Donau hat sich eine große Vielfalt an Feuchtlebensräumen entwickelt. Die faszinierenden Urzeitkrebse, aber auch Rotbauchunken, Kiebitze und Weißstörche werden nun von unserem Ankauf der Überschwemmungswiesen profitieren und ihren Platz zum Überleben behalten.
OÖ: Orchideenwiese in Aubach
In Eschenau in Oberösterreich konnte der | naturschutzbund | mithilfe der großzügigen Spende einer Privatperson eine Orchideenwiese erwerben. In dem Pflanzenparadies wachsen Wald-Engelwurz, Echtes Mädesüß, Kuckucks-Lichtnelke, Große Bibernelle – und das Breitblättrige Knabenkraut, das hier mit 200-300 Exemplaren vorkommt. In weiterer Folge wird der | naturschutzbund | die Feuchtwiese auf traditionelle Art bewirtschaften (Verzicht von Düngemitteln, einmal jährlich mähen und das Mähgut abtransportieren). Denn nur auf nährstoffarmen Wiesen wachsen die konkurrenzschwachen Pflanzen und eine artenreiche Blumenpracht entsteht.
Steiermark: Wiesen bei Trautenfels
Nach längeren Verhandlungen hat der | naturschutzbund | Steiermark 2009 mit Förderungen von EU und der Naturschutzabteilung des Landes Steiermark in Trautenfels/Bezirk Liezen ein wahres Naturjuwel erwerben können – Österreichs größte Iriswiese!
Auf der beinahe 7 ha großen Fläche blühen neben 10.000en Narzissen geschätzte eine Million Sibirische Schwertlilien – ein spektakulärer Anblick zur Blütezeit. Der | naturschutzbund | möchte die Wiese nun nach Jahrhunderte alter Tradition pflegen: als Streuwiese, die nur einmal jährlich im Herbst gemäht wird. Das wird vor allem auch den Wachtelkönig freuen, der hier lebt...
Salzburg: Buchberg – „Freigekaufte Natur“ wird Naturpark
Die vielen Buchen im Mischwald sind Namensgeber des 801 Meter hohen Mattseer Hausberges: „Buchberg“. Pläne zum Verbau des Gipfels – womit eine Aussperrung der Bevölkerung gedroht hätte – veranlassten den | naturschutzbund | Salzburg 1970 diese Fläche anzukaufen und in Grünland rückzuwidmen. Schon seit längerem gab es die Idee, aus diesem malerischen Mosaik aus Wald- und Wiesenflächen einen Naturpark entstehen zu lassen. Ende Mai 2009 war es schließlich soweit: mit Verordnung der Landesregierung wurde der Buchberg offiziell zum Naturpark erklärt. Im Rahmen eines bunten Veranstaltungsprogramms 2009 konnte Salzburgs vierter Naturpark feierlich eröffnet werden. Gemeinsam mit der Marktgemeinde Mattsee und dem Verein „Naturpark Buchberg“ möchte der | naturschutzbund | den Buchberg möglichst naturnah erhalten – nicht zuletzt als Naherholungsgebiet und Naturerlebnisraum für die Bevölkerung.
Burgenland: Taglilien-Wiesen im Unteren Stremtal
Im unteren Stremtal im Burgenland hat der | naturschutzbund | einige Hektar Feuchtwiesen als Lebensraum für Tagfalter angekauft. Auf der nährstoffarmen Streuwiese – Heimat wunderschöner Pflanzen wie Prachtnelke oder Gelber Taglilie – tummeln sich seltene Falter wie Goldener Scheckenfalter, Lungenenzian-Ameisen-Bläuling oder Mädesüß-Perlmutterfalter.
Kärnten: Einziger Standort der Gelben Alpenrose
Das kleine Areal, auf dem die Gelbe Alpenrose (Rhododendron luteum) in Österreich gedeiht, ist seit 1937 Naturdenkmal. Bereits 1969 kaufte der | naturschutzbund | Kärnten diese Fläche bei Lendorf, in der Nähe von Spittal/Drau. So konnte durch regelmäßige Betreuung der Bestand der Wunderblume von Lendorf bis heute und hoffentlich für alle Zukunft erfolgreich gesichert werden.
Von Mitte Mai bis Mitte Juni leuchtet dieser Strauch in herrlich gelbem Blütenschmuck, eingebettet in einen malerischen Rotföhrenwald zwischen Stieleichen (Quercus robur), Hängebirken (Betula pendula), Vogelbeerbäumen (Sorbus aucuparia) und Salweiden (Salix caprea). Reliktvorkommen wie diese bedürfen einer ständigen Pflege. So war der Ankauf des Alpenrosenareals (heute 6.500 m2) und dessen großflächige Einzäunung nur der erste Schritt. Bereits kurz darauf hat der | naturschutzbund | mit einer erfolgreichen Stecklingsvermehrung des „Urstrauchs“ begonnen. Aktuell stehen weitere Pflegemaßnahmen an, u. a. die behutsame Entfernung einiger überalterter Nadelgehölzer.
NÖ: Pflanzenreichtum durch Pflegeaktionen
Bei Oberstinkenbrunn im nördlichen Weinviertel besitzt der | naturschutzbund | NÖ einen mehr als 2 ha großen Trockenrasen am Galgenberg. Nachdem die traditionelle Pflege in Form von Beweiden oder Abbrennen schon mehrere Jahre zurücklag, war die Gefahr einer vollständigen Verbuschung groß.
Der Bestand der zahlreichen schützenswerten Pflanzenarten - wie Frühlings-Adonis (Adonis vernalis), Diptam (Dictamnus albus) oder Kuhschellen-Arten (Pulsatilla sp.) - war vor allem aufgrund des hartnäckigen Vordringens von Robinien in das Schutzgebiet stark gefährdet.
Deshalb wurden nun weitere Parzellen angekauft. Darunter eine zuvor in das Schutzgebiet hinein reichende, flachgründige Ackerfläche, die sich hoffentlich bald vollständig in Richtung Trockenrasen entwickeln wird. Um die neu angekauften Fläche von den Brachen abzugrenzen, entschloss man sich zum Anlegen einer Hecke. Und da dem | naturschutzbund | Bewusstseinsbildung und Arbeit mit der Jugend ein großes Anliegen ist, wurden Schüler der Freiraumschule Kritzendorf eingeladen, am Aufbau der Hecke tatkräftig mitzuarbeiten. Beim zweiten angekauften Grundstück handelt es sich um Robinienaufforstungen, die in einer großangelegten Aktion entfernt und in Weidefläche umgewandelt wurden.
OÖ: Einmalige Kiefernwald dauerhaft gesichert
Am Gründberg bei Frankenburg am Hausruck befindet sich eines der ökologisch interessantesten Waldgebiete Oberösterreichs. Dieser einzigartige Wald wird von der Rotföhre (Pinus sylvestris) dominiert. Unter einer geringen Rohhumusauflage befindet sich eine mehrere Dezimeter dicke kalkfreie Bleichsandschicht. Dieser extrem nährstoffarme Boden führte zu einer hochmoorähnlichen Vegetation, obwohl keine Torfschicht vorhanden ist.
Die Rotföhre bildet hier den größten zusammenhängenden Bestand im Hausruck. Das lichte Kronendach lässt im Gegensatz zum dunklen Fichtenforst dichten Unterwuchs aufkommen. Die dominierenden Arten sind Faulbaum (Rhamnus frangula), Besenheide (Calluna vulgaris), Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea) und Adlerfarn (Pteridium aquilinum). An einigen Stellen kommen auch seltene Arten wie Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), Kleinfrüchtige Moosbeere (Vaccinium microcarpum) und Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) vor.
Leider dringen aus den angrenzenden Fichtenforsten aber vermehrt Fichten ein, weil der Nährstoffentzug durch die Nutzung des Unterwuchses als Einstreu für die Ställe der Bauern schon jahrzehntelang wegfällt.
Der | naturschutzbund | OÖ hat deshalb einen Teil des Kiefernwaldes gekauft, um ihn durch geeignete Maßnahmen zu erhalten. Das Hauptproblem sind vor allem die einwachsenden Fichten, die regelmäßig entfernt werden müssen. Abgesehen davon soll sich der Wald jedoch möglichst unbeeinflusst entwickeln können. Jetzt steht der Ankauf weiterer Waldflächen an...
Tirol: Traditionelle Nutzung schützt Lebensräume
Die Filz ist ein ca. 5 ha großer, vielfältig strukturierter Feuchtgebietskomplex westlich von Wörgl. Im Jahr 2000 wurde der gesamte Bereich der Filz von der Stadt Wörgl zum geschützten Landschaftsteil erklärt und der Ökologiegruppe Wörgl und Umgebung, einem Partner des | naturschutzbund | Tirol, zur Betreuung anvertraut. Ihr Kernbereich besteht aus Flach- und Übergangsmooren, die bis in die 1980er Jahre als Streuwiese extensiv genutzt wurden.
Jetzt muss dieser Bereich regelmäßig und mit viel Aufwand gepflegt werden. Einerseits ist besonders wegen der Stickstoffeinträge durch Regenwasser eine jährliche schonende Mahd erforderlich. Anderseits muss stets auf den Wasserrückhalt aufgepasst werden. Um jegliche Bodenverdichtung zu verhindern, wird das Mähgut aus der Kernzone deshalb mühsam von Hand abtransportiert.
Noch auf Karten der 1970er Jahre finden sich inzwischen verlandete Wasserflächen. Mit viel Engagement wurden an genau diesen Stellen wieder Teiche angelegt und sich selbst überlassen. Innerhalb kürzester Zeit wurden sie von Tieren und Pflanzen besiedelt und in den Verlandungszonen entwickelten sich ausgedehnte Röhricht- und Großseggenbestände.



